Ah! — Wie ein leiser feiner Schreck! — Eine Fahlheit hat sich über die tief-satte Fülle der Farben gezogen, und dort, von rechts her, mit ihr, eine erste Bewegung. Kleine, schwarze Schattenrisse kriechen langsam über das weite Graugrün. Die Karrenschieber, die den Tag über braunen Humus auf den Rasen fahren. —
Aus!...
Beim Türmer.
Es ist so wunderbar klares, sonnig-mildes Wetter, und das liebe Himmelsblau ist so frisch und ätherisch: man möchte ein Vogel sein! — Aber ich besinne mich, daß ich wenigstens wieder mal in die Stadt gehen und auf den Rathausturm hinaufsteigen kann, zu meinem alten Freund, dem Türmer. —
Der Rathausturm, der noch dazu erhöht liegt, ist reichlich so hoch wie der Stadtkirchturm. Er hat auch dieselbe mit schwarzem Schiefer gedeckte Zwiebelkuppel der alten Jesuitenkirchen, wie man sie von gleicher Art gegen die Alpen hin im Bayerischen Oberland überall finden kann. — Dicht unter der Kuppel hat Meister Schwalbe, der Türmer, seine Wohnung. Vier Fenster geben den Blick nach allen vier Himmelsrichtungen hinaus. Auf der einen Seite giebt es einen kleinen Balkon. — Man nimmt ein paar Flaschen Bier mit hinauf, wird sich mit Meister Schwalbe auf den Balkon setzen und was plaudern, indes man den wunderschönen Ausblick genießt, oder, wenn der Meister gerade Stühle zu flechten hat, nun! dann kann man sich auch solo hinaussetzen und sich an der Luft und der Aussicht freuen...
Ich finde Meister Schwalbe zu Hause. Er sitzt in seiner behaglichen Wohnstube und flechtet Stühle. An der Wand neben dem Kachelofen hängt das mächtige Tuthorn, mit dem er nach allen vier Himmelsrichtungen die Feuersbrünste signalisiert.
Köstlich! Das sonnige Zimmer mit seinem kleinbürgerlich sauberen Hausrat ist ein Idyll! —