Ein kühler Luftzug weht von den Bergen her die Häuserreihe herab und spielt mit dem blauen Pappschild neben dem Schaufenster. Mit weißer Kreide sind allerlei in dieser Jahreszeit besonders verlangte Waren draufgeschrieben.
Dieses Klappern und Rascheln des Schildes gegen die Hauswand! Heimisch-gruslig wie so eine Art Gespenst in dieser Nachteinsamkeit!
Nun, Gott bewahre Herrn Haberland vor Alpdrücken und uns alle vor allen schlimmen Dingen...
Gute Nacht! —
Muskochen.
Vielleicht zum heimlichen Verdruß der Frau Haberland konnt’ ich mich heute vormittag nicht sogleich von der Küchenthür fortbringen. Denn Madame Haberland hatte ihre liebe Not. — Vor ein paar Tagen haben wir nämlich hinten im Garten die Pflaumen gepflückt, und nun ist sie beim Muskochen. — Seit frühem Morgen schon ist dieser Duft nach frischgekochten Pflaumen durch das Haus gezogen und war auch zu mir die Treppe in die Höhe gekommen; und wie so etwas zu Unsereinem zu kommen pflegt: man hat als Stadtpflanze gleich seine Neugier auf so eine unbekannte weiblich-ländliche Bethätigung, daß man seelenvergnügt die Treppe hinunterspringt und mit dabei sein muß.