Und im langen Bangen, in Gluten und Qualen verdorrend, riß er sein Haupt empor.
Und plötzlich geschah das Zeugnis des Vaters gegen seine Widersacher. Denn siehe, aus der Stille entstand ein Wirbel, und ein Wind hub an und zog eine Fahlheit über das Land, und eine Finsternis wurde, und das Licht der Sonne verhüllte sich über ihren Häuptern. Und der Donner des Vaters grollte über die Weiten und die flammenden Zeichen seines Zornes furchten sich durch die Nacht, und die Erde hub an zu beben. Und rings erhub sich Staunen und Wehklage, und viele flohen vom Berg hinab gegen die Stadt, zu derselben Stunde, als es geschah, daß der Vorhang des Tempels zerriß und die Gräber sich öffneten, und die Tiefe der Erde sich aufthat. Viele aber schlugen sich an die Brust, weinten über den Tod des Gerechten und glaubten. Die Söldner aber wichen von seinem Kreuz in Grauen.
Da eilten seine Lieben zu ihm, und er war mit ihnen allein... Und im Graus des Unwetters suchte er das Auge der Schmerzensreichen und gewahrte an seiner Seite den Jünger, den er liebte, seinen klugen jungen Johannes, und er that sie zusammen:
„Weib, siehe, das ist dein Sohn! — Siehe, das ist deine Mutter!“
Die Finsternis aber wuchs, und alles Volk mitsamt den Kriegsknechten stand und starrte auf seinen Leib, über den der Vater seine Lichter breitete.
Und wieder waren viele unter ihnen, die ihn erkannten, an ihre Brust schlugen und wehklagten.
Aber die Schauer des Vollenders traten an ihn heran mit dem fahlen Grausen ihrer Urweltgeheimnisse, und all seine Not brach aus ihm hervor in einem Schrei:
„Eli, eli, lama, asabthani!“