Die nachtdunklen Weiten! —
Das Schicksal des Dunklen! — Am Morgen erhebt sich die Sonne und der Tag strahlt über der Welt mit der Pracht seiner Helle, die sich an dem unendlich mannigfaltigen und verschiedenartigen Widerstand des Geformten in unzählig mannigfaltige Farben bricht. — Das Gestirn nimmt seinen Lauf bis zur jauchzenden Mittagshöhe des Tages, um dann allmählich zu sinken. Dann wird es Abend und Nacht und das Dunkel herrscht über der Welt.
Aber Licht ist eine Wahrnehmung und das Dunkel ist eine Wahrnehmung und Licht und Dunkel bin Ich.
Jetzt aber sollen alle Sterne erloschen sein und alles, was geringstes Licht ist, soll erloschen sein. Es ist nun eine Nacht, wo man die Hand nicht vor den Augen sieht. Aber diese Nacht und das Dunkel dieser schwärzesten der Nächte ist eine Wahrnehmung von Mir.
Jetzt aber lieg ich im Schlummer. Mein Bewußtsein ist geschwunden. Aber das Dunkel ist noch da und alles ist noch da. Heimlich ist ihm mein Unbewußtes geöffnet. Irgend eine leise Wahrnehmung ruft Traumbilder in mir hervor, ihre Macht, oder irgend ein Geräusch, vermag mich zu wecken.
Aber nun erlischt auch dieses Wahrnehmen. Ich sterbe. — Hier ist das Unsagbare, das weder Dunkle noch Helle, das Weder — Noch, das dennoch ein Sowohl — als Auch ist; das Weder — Noch, das Sowohl — als Auch dunkler chemischer Prozesse. — Und dieses Sowohl — als Auch, dieses Beieinander, dieser Inbegriff aller Möglichkeiten, Licht, Dunkel, Farbe, Form, und nenne was du willst, alles in Einem Urgrund des Erwachens und Erdämmerns. — Krystallisation. — Organisches Erwachen. — Schlummernder Traumzustand in seiner sich leise entfaltenden geistigen Dynamik. —- Moner. — Zelle. — Zellenbildung. — Pflanzenleben. — Der Wurm. — Sinne sich bildend. — Und Einer erwacht wieder. Und aus dem Unergründlichen wieder der deutliche Wechsel und das Gegensätzliche; und Seele und Geist; und Licht und Dunkel und Farben Ihm wieder offenbar, Mir! —
Ausgleich? — Auch! —
Ein einziges winziges ungestilltes Glücksbedürfnis: wer möchte seine ganze und tiefste Bedeutung ermessen? Wer möchte Macht und Bedeutung der geringsten, unscheinbarsten, winzigsten, übersehendsten der Ursachen ermessen?