Verzeichnis der Illustrationen.

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Der göttliche Lehrer [Titelbild]
Vorbild und Wesen      [19]
Gehet hin in alle Welt!      [23]
Johannes, der Bußprediger und Täufer      [33]
Die Pfingstpredigt      [37]
Christus und Nikodemus      [41]
Paulus und Silas im Hause des Kerkermeisters      [45]
Johannes tauft Jesum im Jordan      [61]
Philippus tauft den Kämmerer      [67]
Inneres des Baptisteriums von San Giovanni im Lateran      [79]
Ruine einer Taufkapelle zu Salona      [83]
Ein Taufbecken aus neuerer Zeit      [87]
Der Ottobrunnen in Pyritz      [91]
Ein Taufbassin aus dem Anfang des 17. Jahrh. in Rynsburg bei Leyden      [97]
Eine Taufszene in Afrika     [101]
Der Teich Bethesda     [119]
Ein römisches Privathaus mit einem Badebassin im Hof     [127]
Israels Durchgang durchs Rote Meer     [131]
Die Krankenbegießung     [137]
Die stellvertretende Taufe der Lebenden für die Toten     [167]
Jesus segnet die Kinder     [181]

Einleitung.

Der Gründer der wahren christlichen Religion und ihr Eckstein ist Christus. Er, der die „Wahrheit“ selber ist (Joh. 14, 6), war der Schöpfer all der dazu nötigen Einrichtungen. Als der von Gott gesandte Lehrer (Joh. 3, 2) war er der unfehlbare Stifter der göttlichen Lehr- und Glaubenssätze. Er war der Verordner alles dessen, was der Mensch zu glauben und zu befolgen hat, um ein Kind Gottes zu sein und selig zu werden. Und damit der Mensch in dieser Hinsicht nicht im Dunkeln und in banger Ungewißheit gelassen werden sollte, ließ es der allweise Gott durch Männer, die er durch seinen Geist erleuchtete, in das Buch der Bücher aufzeichnen, damit die Bibel für all die Jahrtausende den nachfolgenden Geschlechtern als Richtschnur und Grundlage ihres Glaubens dienen sollte. Eine Lehre oder ein Glaube, der auf einer anderen Basis aufgebaut wird, ist irdisch und menschlich und ist mit Recht zu verwerfen. Christus selbst benutzte dieses göttliche Buch, als er hier auf Erden wandelte, um all die spitzfindigen Fragen, die von seiten der Pharisäer und Schriftgelehrten an ihn gestellt wurden, zu beantworten. Daraus zeigte er den suchenden Seelen den Weg des Lebens. Mit diesem Wort, dem Schwert des Geistes, kämpfte er gegen den größten Erzfeind aller Wahrheit — Satanas — und behielt den Sieg. Matth. 4, 1–11. Für all seine Lehren berief er sich immer wieder auf das A. Testament. Er war sich voll und ganz bewußt, daß es sich hier um heilige Güter handle, die den Menschen verloren gegangen waren, und daß es seine Aufgabe sei, sie ihnen wiederzubringen und weiter zu entfalten. Er kam, um ihnen eine tiefere Erkenntnis und ein besseres Verständnis von dem zu geben, „was Gott geredet durch seine Knechte, die Propheten“. So hören wir ihn immer wieder mit der tiefsten Ehrfurcht und mit heiligem Ernst sagen: „Also hat Mose geredet“; „so stehet es geschrieben im Gesetz, in den Propheten und in den Psalmen“; „also sagt Joel“; „so weissagt der Prophet Jesaja, ein Jeremia und ein Daniel“; „also spricht David durch den Geist“ und schließlich: „wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen“. Bei Jesus galt keine Ansicht und Meinung der Menschen; ihm war nur heilig, wahr und echt, „was Gott geredet hat“. Sein tägliches, inbrünstiges Gebet zu seinem himmlischen Vater für seine Nachfolger war: „Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.“ Joh. 17, 17.

Nachdem Christus sein Werk auf Erden vollbracht hatte, übertrug er das Lehramt, die Verkündigung des Evangeliums, seinen zwölf Jüngern.[1] Sie waren ja diejenigen, die den Herrn seit der Taufe überall begleiteten und seine eigenen Worte vernommen hatten. Christus war ihr Lehrer, der sie unterrichtete und ausbildete, um seine Boten zu sein. Sie waren die Träger und die reinsten Quellen der Christuslehre. Ihr Predigt- und Lehrbuch waren die Bücher des A. Testaments. Es war in jenen Tagen in der christlichen Urgemeinde ein Glaube, der sich auf Gottes Wort gründete und der die Kraft hatte, die Bekenner aufs innigste zu verbinden. Ein Arm der rettenden Erbarmung umschlang sie. An einem Busen ruhten sie alle. Eine Straße pilgerten sie; einer Heimat eilten sie rastlos zu, um ewig bei dem Herrn zu sein. In einem Buche forschten und suchten sie täglich, um mit Gott und seinem Heilsplan, mit der Lehre Jesu, besser bekannt zu werden, um darnach zu tun und selig zu werden. Sie versammelten sich oft, aber nicht, um über Geheimnisse zu brüten, die keiner zu ergründen vermag, weil der Herr sie verborgen hält, sondern sie redeten von himmlischen Dingen, die für ihr Seelenheil einen praktischen Wert hatten. Man betete, aber keine erlernten Gebetsformen, — hier sprach die Inbrunst des Herzens. Da wurde keine Kritik am Worte Gottes geübt; da war kein Zank über Glaubenssachen, keine Mutmaßung, keine spitzfindige Untersuchung. Für sie war die Bibel ein göttliches Buch, ewig und vollkommen, wie Gott selber ist, sie allein war die Richtschnur und Grundlage ihres Glaubens. Die Apostel beteten zu Gott für die Gemeindeglieder, daß er sie in diesem Glauben erhalten möge; die Gläubigen beteten wiederum für die Apostel, daß er seinen Knechten Freudigkeit gebe, zu reden sein Wort. Apg. 4, 29. — Dies ist der Geist, der die erste Christengemeinde beseelte.

Die erste Wendung in der Einheit der Gläubigen kam, als die Menge der Bekehrten immer mehr wuchs. Da nicht nur Juden sondern auch Heiden in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wurden, entstand zunächst die Frage, ob auch die Heiden sich nach dem mosaischen Gesetze beschneiden lassen müßten, um als wirkliche Bekenner Christi angesehen zu werden. Diese Frage wurde auf dem Apostelkonzil zu Jerusalem ums Jahr 52 dahin entschieden, daß die Beschneidung bekehrter Heiden nicht nötig sei, um zum Leibe Christi zu gehören. Apg. 15. Als aber das Evangelium zu Völkern mit ganz verschiedener Erkenntnis, andern Neigungen und Sitten drang und allenthalben christliche Gemeinden entstanden, da mußten die Apostel doppelte Sorgfalt darauf verwenden, daß die Reinheit des Christenglaubens, die Gebräuche beim Gottesdienst, die Begriffe und Vorstellungen der Person Jesu, vom Abendmahl und von der Taufe keine Abweichungen erlitten. Paulus, sowie auch die übrigen Apostel haben mit aller Kraft ihres ethischen Geistes auch dafür gekämpft. Wohl regte sich trotz aller Wachsamkeit treuer Hirten schon „das Geheimnis der Bosheit“ in den Tagen des Apostels Paulus. 2. Thess. 2, 7. Ein Hymenäus und Alexander stellten schon damals falsche Lehrbegriffe mit solchem Erfolg auf, daß sie „wie der Krebs“ um sich fraßen. 1. Tim. 1, 3–7. 19. 20; 2. Tim. 2, 16–18. Aber diese Keime späteren Abfalls wurden in ihrer Entfaltung noch durch das kräftige Auftreten erleuchteter Apostel niedergehalten. Die christliche Urgemeinde stieß solche störende Elemente noch ab, schloß ihre offenbaren Anhänger noch aus ihrer Mitte; sie konnte „die Bösen“ damals noch nicht tragen. Offb. 2, 2; 2. Joh. 9. 10. Die Lehre blieb deshalb während der apostolischen Zeit innerhalb der christlichen Urgemeinde eine biblische, reine und einheitliche.