Wir könnten derartige Beispiele noch mehr aus der Schrift als Beweis, daß die Geistestaufe niemals die Wassertaufe überflüssig macht, anführen, doch glauben wir, daß die bereits zitierten vollständig genügen werden. Diejenigen, welche die Wassertaufe verwerfen, verwerfen den, der sie geboten hat und verachten den hl. Geist, der durch Jesum wirkte. Die Weisheit solcher Menschen ist in diesem Falle nicht in Übereinstimmung mit dem Worte Gottes und kann deshalb nicht von obenher sein.
Wir glauben so fest wie irgend jemand an die Notwendigkeit, den hl. Geist zu besitzen. Aber ebenso sicher sind wir auch davon überzeugt, daß ihn Gott nur da geben kann, wo Achtung und Gehorsam vor seinen heiligen Geboten und Vorschriften vorhanden ist. Ungehorsam ist eine Zaubereisünde, betrübt den hl. Geist und verwirkt den Segen.
Die Kindertaufe.
Nachdem wir bis hierher den werten Leser, der sich unserer Führung anvertraute, mit der Untersuchung der Taufe der Erwachsenen beschäftigten, und ihn größtenteils mit den verschiedenen damit in enger Verbindung stehenden biblischen sowie menschlichen Sitten und Gebräuchen bekannt machten, wollen wir durch Nachfolgendes ihn kurz in die Geschichte der Kindertaufe einführen. Und da sie ja in der allgemeinen christlichen Kirche einen so gar wichtigen Platz einnimmt, so hoffen wir, daß der behandelten Frage volles Interesse entgegengebracht wird.
Die Lehre und die Praxis in bezug auf diese kirchliche Einrichtung war seit den Tagen ihrer Entstehung bis in die Gegenwart herein stets ein Gegenstand mannigfacher Anzweiflung und Anfeindung. Wo man einerseits mit Nachdruck ihre Notwendigkeit geltend macht und ihre Bedeutung für das christliche Leben über alles hoch erhebt, da ist man andererseits, als man für eine so wesentliche und wichtige Sache auch klare Aussprüche des Herrn selber und seiner Vertreter, der Apostel, herbeiführen wollte, in Konflikt geraten, da es eben auf letzterem Wege unmöglich ist, diese Praxis zu rechtfertigen und aufrechtzuerhalten. Selbst bei Männern aus dem Bereich ein und derselben Kirche, mögen wir nun die katholische oder protestantische nehmen, ganz gleich, gehen die Ansichten in diesem Punkt weit auseinander.
In der reichhaltigen Literatur über die Kindertaufe kann man vielfach ein starkes Bestreben beobachten, dieselbe als eine apostolische Praxis hinzustellen, und man ist bei diesem Versuch bemüht, dies mit der hl. Schrift und der Wissenschaft in Einklang zu bringen. Es wird also die Untersuchung nach der Richtung hin vorzugsweise zu führen sein, ob die Kindertaufe auch wirklich biblisch und historisch als ein von Christo gebotener und den Aposteln ausgeübter Gebrauch begründet und nachzuweisen ist.