Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden,

Wo der kristallne Strom das Wasser beut;

Da siehet man erst klar und frei,

Wie schön und auserwählt ein Schäflein Christi sei!

Nach diesen Tagen der Erquickung traten die Pilger ihre Reise wieder an (denn sie hatten ihr Ziel noch nicht erreicht); nachdem sie noch einmal gegessen und getrunken, brachen sie auf.

Jetzt sah ich in meinem Traum, daß, noch ehe sie weit gegangen waren, sich auf einmal der Weg von dem Strom immer weiter entfernte und dabei rauh und immer rauher wurde, was die beiden Wanderer mit Traurigkeit, ja mit Verdruß erfüllte; denn ihre Füße waren von dem vielen Gehen empfindlich geworden. Gleichwohl durften sie nicht vom Weg abweichen und wanderten, wenn auch sehr entmutigt[112], doch still weiter, indem sie sich nach einem angenehmern sehnten. Sie bemerkten bald, daß sich an der linken Seite der Straße eine Wiese — Abwegswiese genannt — hinzog, auf welche ein Steg hinüberführte.

„Liegt diese Wiese längs des Weges,“ sagte Christ, „so laß uns hinübergehen!“ Er trat an den Steg und bemerkte einen Fußpfad, der auf der andern Seite des Zaunes immer der Straße entlang zu laufen schien. „Das ist ja, wie ich’s wünsche,“ rief er, „da drüben gehen wir besser; komm, lieber Hoffnungsvoll, wir wollen es versuchen.“

„Aber wie, wenn dieser Pfad von unserm Weg abführen sollte?“ versetzte Hoffnungsvoll.

„O nein!“ sagte Christ. „Das fürchte ich nicht. Sieh nur, geht er nicht beständig neben dem Weg her?“

So ließ sich Hoffnungsvoll von seinem Gefährten überreden und folgte ihm über den Steg. Sie gingen auf diesem Fußpfad allerdings angenehmer, auch erblickten sie bald einen Mann, namens Selbstvertrauen, der denselben Pfad eingeschlagen hatte. „Wohin geht dieser Fußpfad?“ riefen sie ihm nach.