3. Die Schmach, welche das Bekenntnis des Evangeliums begleitet, liegt ihnen wie ein Stein im Weg. Sie sind stolz und hochmütig, das Evangelium von Christus ist aber in ihren Augen gering und verächtlich. Darum, sobald sie die Furcht vor der Hölle und dem zukünftigen Zorn verloren haben, kehren sie zu ihren frühern Wegen zurück.
4. Die Schuld und die Gedanken an den Schrecken sind ihnen eine Qual. Sie lieben also nicht, ihr Elend anzusehen, bevor sie darin sind. Und doch würde der frühere Hinblick auf dasselbe ihnen vielleicht Anlaß geben, dort ihre Zuflucht zu suchen, wo sie der Gerechte gefunden und auch sie Rettung fänden; weil sie aber, wie ich vorhin bemerkte, die Gedanken an Schuld und Strafe scheuen, so geschieht es, daß, wenn sie einmal den ersten Schrecken von Gottes Zorn überwinden, sie ihre Herzen immer mehr verhärten und solche Wege erwählen, die sie je länger, je mehr dazu führen.
Christ. Du bist der Sache sehr nahe gekommen, denn der Grund alles dessen liegt darin, daß ihr Herz und Willen nicht verändert worden ist. Es ist nur die Angst des Verbrechers, der vor seinem Richter steht. Er zittert und bebt und scheint wahrhaft reuig zu sein; aber der Grund davon ist lediglich die Furcht vor dem Galgen und nicht, weil er Abscheu vor seinem Verbrechen hat. Es ist klar ersichtlich, sollte man einen solchen Menschen nur in Freiheit setzen, er würde wieder ein Dieb und Taugenichts sein. Das würde jedoch nicht der Fall sein, wenn wirklich eine Umwandlung seines Herzens stattgefunden hätte.
Hoffnungsvoll. Ich habe dir nun die Gründe ihres Abfalls angegeben, so zeige mir nun die Art und Weise, wie es geschieht.
Christ. Das will ich gern tun.
1. Sie fangen damit an, ihre Gedanken von der Erinnerung an Gott, den Tod und das zukünftige Gericht abzuziehen.
2. Danach lassen sie ab vom stillen verborgenen Gebet im Kämmerlein, vom Kampf gegen die anklebende Sünde, vom Wachen, vom Trauern über die Sünde und dgl.
3. Sie fühlen sich beengt in der Gemeinschaft lebendiger und wahrer Christen.
4. Danach werden sie laß in den öffentlichen Übungen des Gottesdienstes, wie im Hören und Lesen des göttlichen Wortes, Besuch des Gottesdienstes und dgl.
5. Sodann beginnen sie, wie man sagt, das Kleid gläubiger Leute mit Kot zu bewerfen, und zwar in der teuflischen Absicht, um damit ihren Abfall von ihrem Bekenntnis zu rechtfertigen.