Da sagte Barmherzig: „Das erinnert daran, wie David, d. i. der Geliebte, betete: Herr, errette meine Seele von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen! Was kann dir die falsche Zunge tun, und was kann sie ausrichten?“ (Ps. 120, 2. 3.)

Sie zogen weiter, bis sie die Löwen zu Gesicht bekamen. Mutherz war ein starker Mann, er fürchtete sich daher nicht vor den Löwen. Die Knaben aber, als sie diesen näher kamen, erschraken so sehr vor ihnen, daß sie zurücktraten und sich hinter den andern versteckten und hintennach gingen. Darüber lächelte ihr Führer und sprach: „Was ist das, ihr Jungen, ihr geht voran, wenn keine Gefahr im Anzug ist, und zieht euch zurück, sobald die Löwen sich nur zeigen?“

Mutherz zog sein Schwert, um den Pilgern den Weg zu bahnen. ([S. 238.]).


GRÖSSERES BILD

Als sie nun hinzukamen, zog Mutherz sein Schwert in der Absicht, den Pilgern den Weg zu bahnen den Löwen zum Trotz. Da kam plötzlich einer zum Vorschein, der, wie es schien, den Löwen beizustehen gedachte. Der Name dieses Mannes war Grimm oder Blutdurst, weil er die Pilger erschlug, und er war vom Geschlecht der Riesen.

„Was habt ihr hier zu schaffen?“ rief er dem Führer der Pilger zu.

Mutherz. Diese Frauen und Kinder haben die Pilgerschaft angetreten, und das ist der Weg, den sie ziehen müssen, und ziehen sollen sie ihn auch, dir und den Löwen zum Trotz.

Blutdurst. Das ist nicht ihr Weg, und sie sollen ihn auch nicht gehen. Ich bin gekommen, ihnen entgegenzutreten, und zu dem Ende will ich auch den Löwen beistehen[182].

(Nun war allerdings wegen der Wut der Löwen und wegen der grimmigen Haltung des Blutdurst, der sie schützte, dieser Weg lange unbetreten geblieben und fast ganz mit Gras bewachsen.)