In dieser Zeit wurde Matthäus, Christins ältester Sohn, krank, und seine Krankheit griff ihn heftig an, denn er hatte große Schmerzen in seinen Eingeweiden. Nicht weit von dort wohnte ein alter, wohlbewährter Arzt, Herr Geschickt. Nach diesem schickte Christin. Er kam und trat in das Zimmer, und als er den Knaben eine Weile beobachtet hatte, erkannte er, daß dieser an Leibschmerzen leide[185], und er sprach zu seiner Mutter: „Was hat der Knabe zuletzt genossen?“
Christin antwortete: „Er hat nichts Schädliches genossen.“
Geschickt. Der Knabe hat irgend etwas gegessen, das noch unverdaut im Magen liegt und das von selbst nicht weichen wird. Er muß nun entweder ein Abführungsmittel einnehmen oder daran sterben.
„Mutter,“ rief Samuel, „was war es doch, was mein Bruder am Eingang dieses Weges nahe bei der Pforte abpflückte und aß? Weißt du, dort war ein Obstgarten zur Linken, auf der andern Seite der Mauer; da hingen einige Zweige darüber herunter, von diesen Früchten hat mein Bruder gepflückt und gegessen.“
Christin. Du hast recht, mein Kind, er nahm davon und aß, der unartige Knabe; denn ich verwies es ihm, und er wollte doch nicht davon ablassen.
Geschickt. Ich merkte es wohl, daß er etwas Ungesundes gegessen hat, und jene Früchte sind eben die allerschädlichsten. Es sind Früchte aus Beelzebubs Garten. Mich wundert’s, daß niemand ihn davon abgehalten hat; viele sind schon daran gestorben.
Da fing Christin an zu weinen und rief aus: „O du böser Knabe und o ich sorglose Mutter! Was soll ich nun für meinen Sohn tun?“
Geschickt. Nun, verzage nicht! Es kann mit dem Knaben wieder besser werden; aber er muß abführen und brechen.
Christin. Ich bitte dich, lieber Herr, versuche deine ganze Kunst an ihm, es koste, was es wolle.
Geschickt. Nun, die Kosten sollen dich nicht drücken.