Um wieder auf das Tal der Demut zurückzukommen, es ist das beste und fruchtbarste Stück Land in dieser ganzen Gegend. Der Boden ist fett, wie ihr’s an den Wiesen ersehen könnt. Wenn jemand zur Sommerszeit hierherkommt wie wir jetzt und einen Sinn hat für die Schönheiten in Gottes Natur, so muß ihm dieser Anblick zu hoher Freude gereichen. Seht, wie grün das Tal und wie schön es mit Lilien geschmückt ist! Ich habe auch manche Arbeiter gekannt, die in diesem Tal der Demut zu großem Wohlstand gelangt sind; denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt Er Gnade (1. Petr. 5, 5). In der Tat, es ist ein erstaunlich fruchtbarer Boden und bringt überflüssig ein. Mancher hat daher schon gewünscht, daß dies der nächste Weg zu seines Vaters Haus wäre und es keine weiteren Hügel und Berge mehr zu übersteigen gäbe; aber man ist hier eben noch auf dem Weg und nicht am Ende.“

Während sie noch also miteinander redeten, gewahrten sie einen Knaben, der seines Vaters Schafe hütete. Seine Kleidung war sehr dürftig, er hatte aber ein frisches, munteres Aussehen, und wie er so dasaß, sang er für sich ein Lied.

„Horcht,“ sagte Mutherz, „auf das, was der Hirtenknabe singt!“ Sie horchten, und er sang:

Mich führt durch Licht und Nächte des guten Hirten Hand;

Er lehrt mich Seine Rechte in diesem Pilgerland.

Bald schenkt Er reiche Gabe, bald hemmt Er meinen Flug;

Doch wenn ich Ihn nur habe, so hab’ ich stets genug!

Heut salbt Er mich mit Öle und decket mir den Tisch,

Erquicket meine Seele und macht den Mut mir frisch.

Und sollt’ ich morgen wenig aus Seiner Hand empfahn,