„Der Anblick des gedeckten Tisches und all die Zurüstungen zum Mahl,“ sagte Matthäus, „machen meinen Hunger noch größer, als er zuvor war.“
Gajus. So mögen auch alle heilsamen und tröstlichen Lehren in diesem Leben in dir ein größeres Verlangen erwecken, am Abendmahl des großen Königs in Seinem Reich teilzuhaben; denn alle Predigten und guten Schriften hienieden sind im Vergleich zu dem Mahl, das unser Herr uns in Seinem Reich bereiten will, nur wie das Decken des Tisches.
Die Speisen wurden nun heraufgebracht und den Pilgern vorgesetzt, zuerst eine Hebeschulter und eine Webebrust (3. Mos. 10, 14. 15), um damit anzudeuten, daß sie das Mahl mit Gebet und Dank gegen Gott beginnen sollten; denn mit der Hebeschulter erhob David sein Herz zu Gott[208], und mit der Webebrust, worin sein Herz lag, pflegte er sich an die Harfe zu lehnen, wenn er darauf spielte[209]. Beide Gerichte waren frisch und wohlschmeckend, und sie aßen alle reichlich davon.
Danach ward eine Flasche Wein aufgetragen, derselbe war so rot wie Blut[210]. „Trinket davon, soviel ihr wollt,“ sagte Gajus, „das ist der Saft des echten Weines, der des Menschen Herz erfreut“ (Ps. 104, 15). Und sie tranken und wurden froh.
Hierauf kam eine Schüssel mit gut eingebrockter Milch. Gajus aber sprach: „Laßt diese den Knaben, daß sie dadurch zunehmen[211]!“
Weiter ward ein Teller mit Butter und Honig gebracht. „Eßt davon nach Herzenslust,“ sagte Gajus, „denn dadurch werden sich bei euch Erkenntnis und Verstand vermehren. Dies war unsers Herrn Speise in Seiner Kindheit, wie geschrieben steht: Butter und Honig wird Er essen, wann Er weiß, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen“ (Jes. 7, 15).
Hernach trug man eine Schüssel mit sehr wohlschmeckenden Äpfeln auf. Da fragte Matthäus: „Dürfen wir auch Äpfel essen, da diese Frucht es war, wodurch die Schlange unsre erste Mutter betrogen hat[212]?“
Gajus antwortete:
Es hat ein Apfelbiß der Menschheit Los gewendet,
Verheißne Gottesherrlichkeit in Schmach und Tod geendet,