Kleinmütig rief ihm entgegen: „Guten Tag, Freund, wie kommst du hierher? Ich beklagte es eben, keinen passenden Gefährten zu haben; du aber bist so ganz nach meinem Wunsch. Sei mir also willkommen, lieber Herr Hinkfuß; ich hoffe, du und ich werden einander schon behilflich sein.“

Hinkfuß. Wie freut es mich, guter Herr Kleinmütig, mit dir hier zusammenzutreffen! Deine Gesellschaft soll mir angenehm sein, und lieber will ich dir eine meiner Krücken leihen, als dich wieder von mir zu lassen.

Kleinmütig. Danke sehr, du meinst es gut; aber ich gedenke doch nicht zu hinken, ehe ich lahm bin. Indes, wenn es not tut, kann sie mir als Waffe gegen die Hunde dienen.

Hinkfuß. Meine Krücken und ich stehen dir jederzeit zu Diensten, mein lieber Kleinmütig.

So machten sie sich denn auf den Weg; Mutherz und Redlich gingen voran, Christin und ihre Kinder folgten nach und Kleinmütig und Hinkfuß hinterdrein.

„Lieber Herr Mutherz,“ hob jetzt der alte Redlich an, „bitte, erzähle uns, während wir gehen, etwas Erbauliches von frühern Pilgern!“

Mutherz. Das will ich gerne tun. Von Christ, wie er mit Apollyon im Tal der Demut kämpfte und von seinem gefahrvollen Weg durch das Tal der Todesschatten habt ihr wohl schon gehört. Auch von dem Pilger Getreu hat man euch gewiß berichtet, was für Anfechtungen er zu bestehen hatte durch die Dame Wollust, den Alten Menschen, Unzufrieden und Scham, vier so gefährliche Bösewichter, wie man sie sich kaum ärger denken kann.

Redlich. Ja, ich meine von ihnen gehört zu haben. Aber den schwersten Stand hatte der gute Getreu dem Scham gegenüber, das war doch ein ganz unverschämter Geselle.

Mutherz. Ja, wie die Pilgrime auch mit Recht von ihm sagten: er hat von allen den unrichtigsten Namen.

Redlich. Aber bitte, lieber Herr, wo war das auch, daß Christ und Getreu mit Schwätzer zusammentrafen? Das war doch auch ein ganz durchtriebener Mensch.