Standhaft. Wie freue ich mich, dich hier zu treffen!
Redlich. Es war auch für mich keine geringere Freude, dich auf den Knien zu sehen.
„Du hast mich auf den Knien gesehen?“ fragte Standhaft errötend.
Redlich. Ja; dieser Anblick hat mir in der Seele wohlgetan.
Standhaft. Und was hast du dabei gedacht?
Redlich. Nun, ich freute mich, einen rechtschaffenen Mann auf dem Weg zu finden in der Hoffnung, in ihm einen neuen Gefährten zu gewinnen.
Standhaft. Wenn du nur nicht zu große Hoffnungen in mich gesetzt hast!
Redlich. Deine Befürchtung bestätigt mir nur, daß es zwischen dem König der Pilger und deiner Seele richtig steht, denn Er sagt: „Wohl dem, der sich allewege fürchtet!“ (Spr. 28, 14.)
Kämpfer. Aber, Bruder, sag uns doch, aus welcher Ursache lagest du denn vorhin auf den Knien? War es um einer besondern Gnadenerweisung willen oder — —?
Standhaft. Nun, während ich so wie ihr über den bezauberten Grund schritt, kam mir die große Gefahr, in der ich schwebte, so recht zum Bewußtsein und wie viele hier — bald am Ziel ihrer Reise — noch zugrunde gingen. Auch dachte ich über die Art des Todes nach, mit welcher dieser Ort den Menschen bedroht. Sie sterben nicht an einer heftigen Krankheit; es gibt für sie kein schweres Ringen mit dem Tod. Im Schlaf gehen sie sanft hinüber, ohne etwas davon zu merken. Ja, sie geben sich sogar willig diesem Todesschlaf hin.