Gottesfurcht. Wie kam es denn, daß du bei deiner Auswanderung gerade auf diesen Weg gelenkt wurdest?

Christ. Ich sehe da Gottes Hand darin; denn als ich so voll Furcht vor dem Verderben auszog, wußte ich nicht, wo ich mich hinwenden sollte. Als ich noch zitternd und weinend dastand, da kam zur rechten Stunde ein Mann, namens Evangelist, zu mir, dieser wies mich zur engen Pforte, die ich sonst nie gefunden hätte. So kam ich auf den Weg, der gerade zu diesem Haus führt.

Gottesfurcht. Aber kamst du nicht auch zu dem Haus des Auslegers?

Christ. Ja, und dort habe ich Dinge gesehen, die sich unauslöschlich in meinem Herzen eingeprägt haben, besonders dreierlei, nämlich wie Christus dem Satan zum Trutz das Werk Seiner Gnade im Herzen unterhält; wie ein Mensch sich durch seine Sünde aller Hoffnung der göttlichen Gnade verlustig gemacht; und dann den Traum dessen, der in seinem Schlaf meinte, der Tag des Gerichts sei gekommen.

Gottesfurcht. Hörtest du ihn seinen Traum erzählen?

Christ. Ja, das war ein schreckenvoller Traum: es schnitt mir durchs Herz, als er ihn erzählte, aber dennoch bin ich froh, ihn gehört zu haben.

Gottesfurcht. Ist das alles, was du im Haus des Auslegers gesehen?

Christ. Nein, er nahm mich bei der Hand und brachte mich zu einem stattlichen Palast; hier sah ich, wie dessen Bewohner in goldenen Kleidern einhergingen und wie ein tapferer Mann kam, der seinen Weg gerade durch die bewaffnete Schar nahm, die ihm am Tor den Eingang versperrte, und wie er aufgefordert wurde, einzutreten und die ewige Herrlichkeit in Besitz zu nehmen. Beim Anblick alles dessen war mein Herz davon ganz hingenommen, und ich wäre in dem Hause dieses guten Mannes gern noch lange verblieben, doch ich hatte ja noch einen weiten Weg vor mir.

Gottesfurcht. Und was hast du sonst noch auf dem Weg gesehen?

Christ. Ich war nur eine kleine Strecke weitergekommen, da sah ich einen, der blutend an einem Holz hing. Dessen Anblick genügte schon, daß sich die Bürde, unter der ich bis dahin seufzend einherging, von meinen Schultern löste und herabfiel. Es war ein Wunder vor meinen Augen, denn ich hatte dergleichen zuvor niemals gesehen. Und wie ich so dastand und Ihn ansah — denn ich konnte meinen Blick von Ihm nicht abwenden — da war ich plötzlich von drei leuchtenden Gestalten umgeben. Eine von ihnen sagte: „Deine Sünden sind dir vergeben!“ Die andre zog mir meine Lumpen aus und gab mir dieses gestickte Kleid, das du mich jetzt tragen siehst. Die dritte drückte mir das Zeichen auf, das ich auf meiner Stirn habe, und gab mir dieses besiegelte Zeugnis. (Hiermit griff er mit seiner Hand in den Busen, das Zeugnis vorzeigend.)