Christ. Ja, nämlich wenn ich daran gedenke, was ich am Kreuz sah; wenn ich das Kleid betrachte, mit dem der Herr mich beschenkt hat; auch wenn ich in die Schrift blicke, die ich in meinem Busen trage; oder wenn ich an den Ort gedenke, wohin ich wandere: dann ist mir’s, als seien alle Anfechtungen überwunden.
Weisheit. Und warum ist dein Verlangen nach dem Berg Zion so groß?
Christ. Wie kannst du wohl so fragen? O da hoffe ich den zu sehen, der tot am Kreuz hing und nun lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit; da hoffe ich Befreiung von allem dem, was mich jetzt quält und anficht; da ist kein Tod mehr; da werde ich in der lieblichsten, edelsten Gemeinschaft leben. Mich verlangt bei dem Herrn zu sein, den ich liebe, der mich von meiner Last befreit hat; ich bin der Krankheit meines Herzens müde. Ich sehne mich dahin, wo ich nicht mehr sterben werde, wo ich unter denen wandeln darf, die ohne Unterlaß rufen: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr!“ (Offenb. 4, 8)
Unter diesem Gespräch hatte sich Liebe Christ genähert und fragte ihn: „Hast du Familie? Bist du verheiratet?“
Christ antwortete: „Ich habe eine Frau und vier Kinder.“
Liebe. Aber warum hast du sie nicht mitgebracht?
„O,“ rief Christ, indem ihm Tränen in die Augen traten, „wie gern hätte ich das getan! Aber sie waren alle sehr gegen meine Reise eingenommen.“
Liebe. Du hättest ihnen doch zureden, hättest ihnen die große Gefahr, wenn sie zurückblieben, zeigen sollen.
Christ. Das tat ich auch; ich erzählte ihnen, wie Gott mir kund getan, daß unsre Stadt zerstört werden soll; aber es war ihnen lächerlich, und sie glaubten mir nicht.
Liebe. Hast du denn auch zu Gott gerufen, daß Er deine Worte an ihnen segnen wolle?