Ich sah dann in meinem Traum, daß er des Morgens sich anschickte, weiterzureisen. Sie aber baten ihn, noch bis zum folgenden Tag zu bleiben. „Denn dann,“ sagten sie, „wollen wir dir, wenn es nur helles Wetter ist, die lieblichen Berge zeigen, was noch viel zu deiner Stärkung auf der Pilgrimschaft beitragen wird, weil sie dem ersehnten Hafen noch näher liegen als der Ort, wo du jetzt weilst.“ Er willigte ein und blieb.
Am andern Morgen führten sie ihn auf die Zinne des Hauses und hießen ihn gegen Süden ausschauen. Er tat also und siehe, in weiter Ferne erblickte er eine äußerst liebliche Gebirgsgegend, geschmückt mit Wäldern, Weinbergen, den anmutigsten Baum- und Blumengärten, Bächen und Springbrunnen — ein herrliches Bild[72].
Christ fragte nach dem Namen des Landes. „Dies ist,“ sagten sie, „Immanuels Land, welches ebenso, wie dieser Berg, allen Pilgrimen gemeinschaftlich gehört und für sie bestimmt ist, und wenn du dahin kommst, wirst du von dort schon das Tor der himmlischen Stadt sehen, wie es dir auch die Hirten, die dort leben, weisen werden.“
Nun war die Stunde des Abschieds gekommen; doch ehe sie den Pilger entließen, gingen sie noch mit ihm in die Rüstkammer. Als er nun dahin kam, ward er von Kopf bis zu Fuß ausgerüstet mit erprobten Waffen für die Kämpfe, die er auf dem Weg zu bestehen haben würde.
In voller Rüstung trat er nun mit seinen Freunden aus dem Haus. Bei der Pforte fragte er den Pförtner, ob er keinen Pilger habe vorübergehen sehen.
Er antwortete: „Ja.“
„Kanntest du ihn nicht?“ fragte Christ.
Er sprach: „Ich fragte nach seinem Namen, und er sagte mir, er heiße Getreu.“
„O,“ rief Christ aus mit freudigem Erstaunen, „den kenne ich; das ist mein Landsmann, mein nächster Nachbar gewesen; er kommt aus der Stadt Verderben. Wie weit mag er wohl schon voraus sein?“
„Er wird jetzt unten am Berg angekommen sein,“ erwiderte der Pförtner.