Schwätzer. Das weiß ich recht gut. Denn es kann kein Mensch etwas nehmen, es werde ihm denn von oben gegeben (Joh. 3, 27). Es ist alles aus Gnaden, nicht aus den Werken. Das könnte ich dir wohl mit hundert Stellen aus der Schrift beweisen.

Getreu. Gut, aber was ist es nun, wovon wir reden wollen?

Schwätzer. Was du nun willst: Ich will dir von himmlischen oder irdischen Dingen sagen, von Sittenlehre oder Evangelium, von geistlichen oder weltlichen Dingen, aus der Vergangenheit oder Zukunft, von fremden Ländern oder von unserm Vaterland, von wesentlichen oder unwesentlichen Dingen — doch so, daß alles zu unserm Nutzen gereiche.

Hierüber verwunderte Getreu sich höchlich; er trat zu Christ, der die ganze Zeit allein gegangen war, und sagte leise zu ihm: „Welch einen wackern Gefährten haben wir bekommen! Wahrlich, das ist ein ausgezeichneter Pilgrim!“

Christ erwiderte lächelnd: „Dieser Mann, von dem du so eingenommen bist, wird mit seiner gewandten Zunge noch viele, die ihn nicht kennen, hinter das Licht führen.“

„Kennst du ihn denn?“ fragte Getreu.

„Ob ich ihn kenne? Ja, besser, als er sich selbst kennt,“ antwortete Christ.

Getreu. So sage mir, was ist es für ein Mann?

Christ. Er heißt Schwätzer. Ich wundere mich, daß du ihn nicht kennst, er wohnt ja in unsrer Stadt, die allerdings von großem Umfang ist.

Getreu. Wessen Sohn ist er denn, und wo wohnt er?