Mit tiefer Beschämung sprach Hoffnungsvoll: „Ich erkenne meine große Torheit, und ich muß die Gnade des Herrn preisen, der mich nicht hingab in meines Herzens Gelüste und die Strafe noch aufschob, die ich ebensowohl wie dieses Weib verdient habe.“

„Wir wollen es unserm Herzen tief einprägen, was wir hier sehen,“ sagte Christ. „Dieses Weib entging einem Strafgericht, denn sie kam nicht in Sodom um; aber sie fiel in ein andres, denn sie wurde, wie wir sehen, in eine Salzsäule verwandelt.“

„Ja,“ versetzte Hoffnungsvoll, „sie soll uns ein warnendes Beispiel der göttlichen Strafgerichte sein. Gleicherweise wurden Korah, Dathan und Abiram mit den 250 Männern, die mit ihnen in ihrer Sünde umkamen, zu einem warnenden Zeichen (4. Mos. 26, 9. 10). Aber wie können nur Demas und seine Gefährten so ruhig nach diesen Schätzen suchen, da dieses Weib, weil sie nach ihren Gütern bloß zurückblickte (denn wir lesen nicht, daß sie auch nur einen Schritt vom Wege abwich), in eine Salzsäule verwandelt worden ist? Zumal da sie dieses Denkmal sehen müssen, sobald sie nur ihre Augen aufheben.“

„Allerdings,“ erwiderte Christ, „muß man sich darüber verwundern. Ihr Herz ist schon ganz verhärtet, und ich weiß sie mit nichts anderm zu vergleichen als mit Dieben, die selbst noch vor den Augen des Richters, ja unter dem Galgen stehlen. Von den Einwohnern zu Sodom wird gesagt, daß sie böse waren und sehr wider den Herrn sündigten. Und o wie gütig war Er gegen diese Menschen gewesen! Das Land war ja vor der Zerstörung gleich einem Garten des Herrn. Darum entbrannte Sein Zorn desto furchtbarer, und Er ließ Feuer und Schwefel auf sie herabregnen. So werden alle, die angesichts solch warnender Beispiele in ihren Sünden fortfahren, ein desto schwereres Gericht empfangen.“

Hoffnungsvoll. Du hast ohne Zweifel die Wahrheit gesagt, und o welche Gnade ist es, daß wir, besonders aber ich, nicht selbst ein solches Denkmal des göttlichen Zorns geworden sind! Wir wollen nicht aufhören, Gott dafür zu danken, in Seiner Furcht zu wandeln und allewege an Lots Weib zu denken.

Ringe recht, wenn Gottes Gnade

Dich nun ziehet und bekehrt,

Daß dein Geist sich ganz entlade

Von der Last, die ihn beschwert.

Nimm mit Furcht ja deiner Seele,