Und so zogen sie ihres Weges weiter.
Indessen war Nebenwege mit seinen Genossen nachgekommen, und auf den ersten Wink gingen sie sämtlich zu Demas hinüber. Ob sie nun in den Schacht gestürzt sind, als sie über dessen Rand blickten, oder ob sie hinabgestiegen sind, um nach Schätzen zu graben, oder ob sie durch die gewöhnlich aufsteigenden Dämpfe erstickt wurden — ich weiß es nicht, aber sie alle haben den Weg nach Zion nie wieder betreten.
Christ hob an zu singen:
Was ist die Erde mit ihren vergänglichen Schätzen?
Seelen voll himmlischen Hungers und Durstes zu letzen,
Sind sie zu klein, Göttliche Güter allein
Können uns dauernd ergötzen.
Auf der andern Seite dieses Gefildes angekommen, sahen die Pilger hart an der Straße ein altes Denkmal stehen von seltsamer Gestalt. Es schien eine Frau zu sein, die in die Gestalt einer Säule verwandelt war. Sie blieben davor stehen und betrachteten es lange, ohne seine Bedeutung zu erraten. Endlich entdeckte Hoffnungsvoll ganz oben eine Inschrift von ungewöhnlicher Schreibart. Da er aber kein Gelehrter war, so rief er Christ (denn dieser war ein Gelehrter) herbei, doch einmal zuzusehen, ob er nicht diese Schriftzeichen entziffern könnte. Christ kam, und nachdem er ein wenig buchstabiert hatte, las er folgende Worte: „Gedenket an Lots Weib!“ (Luk. 17, 32.)
Nun erkannten sie, daß das die Salzsäule wäre, in welche Lots Weib verwandelt worden, weil sie mit begierigem Herzen nach Sodom zurückgeblickt hatte, daraus sie zu ihrer Errettung floh (1. Mos. 19, 26).
„O mein Bruder,“ rief Christ bewegt aus, „ist das Auffinden der Salzsäule gerade jetzt nach des Demas Einladung, den Hügel Gewinn zu besehen, nicht eine wunderbare Fügung! Wären wir seiner Lockung gefolgt, wie du wolltest: wir wären ebenso wie dieses Weib zu einem warnenden Denkmal geworden.“