Es war vergeblich, es zu versuchen.
Denn die Freude fehlte, die Freude, die ihm Mut und Kraft verliehen, so hoch zu Steigen, die Freude der Hoffnung, die ihm geholfen, die letzte bittere Zeit zu überstehen: die mit anderen geteilte Freude.—
Aber was sollte denn nun werden?—
Er hatte sich rettungslos verstiegen und wußte nicht mehr, wohin.
Wie sollte er nun leben?—
Er fand keine Antwort.
9
Eine unerträgliche Hitze brütete über Berlin. Die Menschen atmeten schwer in dieser Atmosphäre von Staub und Dunst.
Felder tat noch seine Arbeit, aber er schwamm nicht mehr. Abends saß er irgendwo und sah vor sich hin, wie ein Mensch, der keinen Ausweg aus seinen Gedanken mehr findet; oder er ging mit demselben starren Blick durch die heißen Straßen, bis er müde wurde.
Er lebte, wie er gelebt hatte, die schrecklichen Monate in dieser letzten Zeit, ganz für sich, und doch anders—denn wenn ihn damals noch eine große Hoffnung begleitet hatte, so ging er jetzt ganz allein: er sah und hörte nichts mehr, selbst von dem, was in seiner Welt, der engen, der kleinen und doch für ihn alles bedeutenden, vorging; auch durch die Zeitungen nicht mehr; und die Seite, die dreiundachtzigste in dem kleinen, braunen Buch, das er nicht mehr mit sich trug, blieb leer: die Seite, auf die der größte aller Siege eingezeichnet werden durfte und nicht wurde…