In den letzten Tagen wich alle Unruhe wieder von ihm. Eine große Entschlossenheit leuchtete aus seinen Augen, als müsse er siegen um jeden Preis. Er wies alles von sich ab, er wollte nichts mehr hören und sehen von dem, was alle um ihn herum beschäftigte. Was gingen ihn alle diese fremden Namen und Menschen an—ob er sie kannte oder nicht, er schwamm darum nicht besser. Er wußte nur eines: daß er siegen mußte!
Und gleich als wenn die Kraft seiner Muskeln seinem Willen gehorchen müsse, so geschah, was er wollte.
Er siegte.
Er schlug den berühmten Holländer, den gefürchteten Österreicher, er schlug den riesigen Norweger, einen Hünen an Gestalt und Kraft, er schlug die Besten seines eigenen Vaterlandes zum zweiten und dritten Male, und er siegte über seine eigene Zeit vom Vorjahre mit mehr als drei Minuten.
Ein unbeschreiblicher Tumult entstand, als er anschlug. Die Zuschauer rasten.
Seine Freunde erdrückten ihn fast. Völlig Fremde umarmten ihn. Man trug ihn mehr, als er ging, durch die Reihen von Menschen, die ihre Plätze verlassen hatten.
Deutschland hatte gesiegt. Und in Deutschland Berlin!—Und diese kühlen Berliner, so gern stets zu verkleinernder Kritik geneigt und so abhold jeder Gefühlsüberschwänglichkeit, waren kaum wieder zu erkennen in dem Jubel und der Freude über den Sieg ihrer Stadt.
Unglaublich, dieser Felder!—hörte man allenthalben, was der will, das kann er auch.
Und die Begeisterung wollte sich nicht legen…
Am ruhigsten waren noch Felder selbst und—Nagel. Der sagte schon lange nichts mehr, und nur ein Händedruck zeigte, daß er mitfühlte in diesem Moment. Bei sich dachte er: Jetzt, jetzt wird es sich zeigen— daran, wie er diesen Sieg erträgt.—Brüning rannte umher wie besessen und schrie nach Sekt, und Koepke war völlig unzurechnungsfähig. Er sprach nur noch in Hyperbeln.