Eines Tages hielt er seine Stunde für gekommen.

Er erschien—seit langer Zeit zum ersten Male wieder—auf dem Übungsabend des Klubs. Die enorme Halle der Wasserfreunde war noch hell erleuchtet, aber außer den Mitgliedern des S.-C. B. 1879 waren fast keine fremden Gäste mehr anwesend. Die letzten kleideten sich eben an; die Kasse war bereits geschlossen und niemand wurde mehr zugelassen.

Überall sah man die weißblauen Farben. Das Bassin gehörte für den Rest des Abends ausschließlich dem Klub, der es zweimal wöchentlich für seine Mitglieder mietete.

Felder zog sich aus und trat an das eine der kleinen Bretter, wo
Grafenberger, der Meisterspringer Deutschlands, eben übte.

Eine Weile sah er ihm stillschweigend zu. Grafenberger machte einen
Salto rückwärts mit halber Drehung.

—Das kann ich auch, sagte Felder.

Der andere lachte:

—So leichte nu nich!—

Aber Felder ließ langsam das Tuch von seinen Schultern gleiten und trat an die äußerste Kante des Brettes. Er stand mit dem Rücken dem Wasser zu. Leicht hob sich sein Körper auf den Zehen in die Höhe, fest legten sich die Arme an die Schenkel, und sich tief hintenüberneigend, tat er den Sprung.

Als er aus dem Wasser stieg, sah er in lauter erstaunte und verblüffte Gesichter. Am erstauntesten war Grafenberger selbst.