Er kam nicht vorwärts. Er sah immer die alten Gegner neben sich, die neuen sich voraus; diese beiden jungen Leute, von denen er den einen nur aus einem einzigen Schwimmen und den anderen überhaupt nicht kannte. Und als er zum letzten Male bei dem plötzlichen Aufhören der Musik wandte und mit seinem wahnsinnigen Seitenschlage den einen fast erreicht hatte, schlug der andere bereits an, und der Sieg war verloren.
Er ging erst ans Ziel gleich hinter dem zweiten.
Was geschehen war, begriff er erst recht, als er den jungen Seubert, keuchend, aber selig, die Glückwünsche in Empfang nehmen sah und in das junge, glückliche Gesicht blickte, das auch ihm zulächelte, als erwarte es auch von ihm ein freundliches Wort oder einen Händedruck.
So, ganz so, etwas verlegen, aber doch mit einer gewissen naiven
Selbstverständlichkeit, als gehöre es sich so, hatte er seine ersten
Triumphe entgegengenommen und seinen besiegten Gegnern ins Gesicht
gesehen.
Er dachte natürlich nicht daran. Er fühlte einzig nur die Schmach, die er—seiner Ansicht nach—in diesem Augenblicke erlitt, wo er seinen Stern lautlos fallen und in den Tiefen verschwinden sah, und das harmlose Lächeln auf dem Gesicht dieses jungen Menschen schien ihm nur Spott und Hohn zu bedeuten, so daß er am liebsten hineingeschlagen hätte.
Kein Mensch kümmerte sich um ihn, keiner trat, wie sonst immer, zu ihm und sprach mit ihm. Mit hastiger Wendung kehrte er sich zu den anderen Schwimmern um, seinen alten Gegnern, mit denen er sich in dieser Minute fast verwandt fühlte. Denn sie erlitten das gleiche. Aber klüger als er waren sie am andern Ende des Bassins ans Land gegangen und so allen Erörterungen entflohen.
Da griff auch er nach seinem Tuch und eilte zu seinen Kleidern. Als
er an der ganz bestürzten und heftig debattierenden Gruppe des
"Hecht" vorbeikam, wehrte er mit ungeduldiger Gebärde jede Frage und
Begleitung von sich.
Er fühlte jetzt nur, daß er allein sein mußte.
Er konnte niemanden um sich haben.
Ohne aufzusehen und ohne sich von einem Menschen zu verabschieden verließ er das Fest.—