Sie war ihm nur noch eine Studie, wie sie dort vor ihm saß—: die kleinen Füße in den eleganten Schuhen vorgestreckt, ermüdet durch Nichtstun, scherzend, liebäugelnd mit der Wohlhabenheit ihrer Umgebung, denn sie fand, daß er es doch wenig weit gebracht hatte, seiner einfachen, fast unmodernen Kleidung nach zu schließen.
Doch sie begann es zu merken, daß auch er sie beobachtete, obwohl er sie nicht ansah und offenbar nicht hörte, was sie sagte.
Sie wurde unruhig.
"Aber du hörst mir ja gar nicht zu, und ich sitze hier und erzähle dir alle Neuigkeiten von Bedeutung, die seit zehn Jahren hier geschehen sind—"
Er sah auf. Und wieder errötete sie unter seinem Blick.
Wieder suchte sie ihn abzulenken.
"Und nächsten Mittwoch ist Harmonie-Abend im Kasino: Musik und Ball, da wirst du alle wieder sehen, die du kennst, unsere ganze Gesellschaft—"
Zum erstenmal sprach sie von ihrem Mann:
"Er hat mir zwar verboten, hinzugehen, ersagt, es sei zu viel für mich", sie stampfte mit dem Fuße auf, "aber jetzt, wo du hier bist, muß er es mir erlauben, muß es, muß es!"
Sie hielt einen Augenblick inne, etwas erschöpft und erhitzt von dem langen Sprechen, aber schon ging es weiter.