»Dann habe ich eben mein Leben genossen. Sieh mich nicht so strafend an, Ebba. Ein paar Jahre Rausch muß ich noch haben. Sagen Sie, Fräulein Wunsch, habe ich nicht recht? Wenn wir Frauen wissen, daß unsere Schönheit im Schwinden begriffen, greifen wir gierig nach der Schale des Lebens und schlürfen doppeltes Maß.«
»Ich kann da nicht mitsprechen, denn ich habe vergessen, auf meine Schönheit zu achten.«
»Da haben Sie sich selbst das größte Unrecht getan, Fräulein Wunsch. Und ich kann Ihnen nur dringend raten, machen Sie dieses Unrecht gut, und holen Sie nach, was Sie versäumt haben.«
Lotte lächelte. »Ich will es versuchen.«
»Gott, Ebba! Das hätte ich ja beinahe vergessen! Ich soll dich fragen, ob du unserem Verein beitreten willst, die Exzellenz ist natürlich, wie ich vorausgesagt, entzückt von dir.«
Ebba wehrte erschrocken ab. »Um Gottes willen, laß mich mit Vereinsgeschichten in Ruhe, dafür bin ich nicht zu haben.«
»Aber warum denn nicht? Du solltest das nicht von der Hand weisen. Bedenke, du kannst dich nützlich machen, kannst vielleicht auch eine Rolle spielen.«
»Wozu ich nicht die mindeste Lust und auch kein Talent habe, Thea.«
»Du bist mir unbegreiflich, Ebba. Nichts scheint dich aus deiner Gleichgültigkeit herausbringen zu können. Wenn ich du wäre! Jung und — frei —«
»Thea!«