»Sie spotten, mein gnädiges Fräulein. Aber um Ihre Frage zu beantworten, muß ich Ihnen schon klassisch kommen:
›Es tut mir lang schon weh, daß ich dich in der Gesellschaft seh!‹
Wie glücklich war ich, Sie heut abend zu sehen, doch —«
»Bitte, Herr von Reitzenstein, geben Sie sich keinen Vermutungen hin, und bleiben Sie ein Weilchen glücklich.«
»Hören Sie, Fräulein von Wangenheim,« wandte sich Thea an diese. »Ich gebe jeden Winter in der Saison ein großes Fest mit Vorträgen erster Künstler, wollen Sie an dem Abend singen?«
»Gnädige Frau, kann ich das wagen? Ich, eine unbekannte Anfängerin?«
»Ich habe es mir nun einmal in den Kopf gesetzt, Sie einzuführen. Sie müssen nur Vertrauen zu sich selbst haben. Ich will Ihnen etwas sagen: So wie Sie sich einschätzen, so werden Sie von den Menschen bewertet. Also: Selbstbewußtsein, viel Selbstbewußtsein, und Sie sind das, was Sie sein wollen.«
»Gnädiges Fräulein haben doch allen Grund, an sich selbst zu glauben,« warf Reitzenstein ein, »oder zweifeln Sie an Ihrem Können?«
»Nein, ich glaube an mich.«
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