Er senkte das Haupt. »Ich habe es dir oft gesagt, Thea, du wolltest es nicht glauben. Aber du hast recht. Der Schuldige bin ich allein, ich bin zu schwach gewesen, ich fürchtete deine Tränen, deine Verzweiflung.«

»Ich werde nicht verzweifeln, ich werde mich abfinden, aber eines verlange ich noch von dir, wir geben dieses Fest wie alle Jahre, bis dahin soll niemand merken, daß wir arm sind, niemand, hörst du?«

»Ich bitte dich, wozu sich noch diese Ausgabe machen? Dieses Fest würde einen großen Teil meines Jahreseinkommens verschlingen. Es wäre besser angewandt für deine und Inges Bequemlichkeit.«

»Ich bestehe darauf.«

Das Auto hielt vor ihrem Hause.

»Ich will noch nicht nach Hause. Meinst du, daß ich schlafen kann, nach dem, was du mir mitgeteilt? Ich will Menschen sehen, strahlende Helligkeit, will Wein trinken und lustig sein! Noch schlürfen den Becher der Freude — schnell, wir fahren in den Pavillon Mascotte!«

»Thea, was fällt dir ein, du bist von Sinnen, komm, sei vernünftig!«

»Wenn du nicht mitkommst, fahre ich allein.« Und sie riß die Tür auf und gab dem Schofför die Weisung. Thea hatte sich auf das Polster geworfen und lachte. »Noch sind wir nicht arm, hörst du, noch nicht! Noch sechs Wochen Galgenfrist, dann hinunter zu den Proletariern!«

»Du bist krank, Thea, wie kannst du so sprechen? Ich habe ein Einkommen zwischen zwanzig und dreißigtausend Mark, das nennst du arm sein?«

»Bah — was ist das? Für Bekleidung brauche ich jährlich zehn bis vierzehntausend Mark. Eines meiner Feste kostet allein an sechstausend Mark. Der Haushalt, das Auto — lächerlich —.«