Dann saß sie wieder mit Reitzenstein im Auto wie damals. Hungrig und erwartungsvoll hatte der kleine Leutnant sie angesehen. Schweigend saßen sie zusammen. Sie fühlte, wie er ihr näher kam, wie sein Körper an den ihren drängte. Jetzt versuchte er seinen Arm um ihren Nacken zu schlingen, da sagte sie: »Wollen Sie, daß ich den Wagen halten lasse?«

»Darf ich dich nicht küssen?« flehte er.

»Sie vergessen, Herr von Reitzenstein, daß mein neulicher Einfall einer Laune entsprang. Wenn ich geahnt hätte, daß Sie auch nur einen Gedanken daran verschwendeten, hätte ich ihre Begleitung nicht angenommen.«

»Das Spielen mit dem Feuer könnte Ihnen gefährlich werden, Fräulein von Wangenheim.« Sein Blut, das durch die Nähe dieser Frau und durch die Möglichkeit ihrer Hingabe in Aufruhr war, jagte wild durch seine Adern.

»Ich könnte Sie jetzt in meine Arme nehmen, könnte Sie zwingen, mir zu Willen zu sein,« preßte er leidenschaftlich hervor.

»Sie werden das Vertrauen einer Dame nicht mißbrauchen,« sagte sie ruhig.

»Ich bin kein Räuber. Sie taten gut, sich mir anzuvertrauen, ein anderer hätte die Situation ausgenutzt.«

»Mir gegenüber nicht.«

»Seien Sie nicht zu sicher. Es ist ein altes Sprichwort: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.«

Sie lachte. »Sprichwörter sind nie zutreffend und dieses schon gar nicht.« — — —