Was tat es, wenn die Seele verkümmerte?
Hoch, aufwärts, siegen und herrschen. Bezwingen die gemeine Masse!
Künstlerin!
Vor ihr lag der Weg zum Ruhm. — — —
Winkelmann steht Gerda gegenüber.
»Ich bin gekommen, Sie um Verzeihung zu bitten, gnädiges Fräulein.«
Sie neigt das Haupt und bedeutet ihm, Platz zu nehmen. Ihre Augen gleiten in grenzenloser Gleichgültigkeit über ihn hin, hochmütig schürzt sie die Lippen. »Es ist mir gänzlich unverständlich, was Sie zu diesem Benehmen veranlassen konnte. Ich bin mir nicht bewußt, Ihnen ein Recht dazu gegeben zu haben.«
»Fräulein von Wangenheim, Sie wissen es, daß ich von einer grenzenlosen Leidenschaft für Sie beherrscht werde. Einer Leidenschaft, wie ich sie so stark noch nie empfunden. Eifersucht raubte mir die Beherrschung. Verzeihen Sie mir.«
»Es tut mir leid für Sie, Herr Winkelmann, daß Ihr Begehren — denn Ihre Leidenschaft ist doch nur die Umschreibung dieses Begriffs — so ganz aussichtslos ist.«
Er fährt auf. »Kennen Sie eine Leidenschaft ohne Begehren? Ja, ich begehre Sie, mit all meinen Sinnen begehre ich Sie. Ich weiß, daß Sie keinen Funken von Gefühl für mich empfinden, und trotzdem liebe ich Sie. Ja, ich liebe Sie. Alles würde ich hingeben, um Sie besitzen zu können, selbst meine Freiheit. Ich würde Sie bitten, meine Frau zu werden, wenn ich nur die leiseste Hoffnung hätte, daß sie ›ja‹ sagten.«