»Ich glaube, Sie arbeiten zu viel, gnädiges Fräulein, Sie sehen abgespannt aus.«
»Ich muß. Bedenken Sie, in kurzer Zeit muß ich wieder an die Öffentlichkeit. Ich muß vorwärts, schnell vorwärts, das bedingt angestrengtes Studium.«
»Sie sollten sich doch ein wenig mehr Ruhe gönnen, was schadet es denn, wenn Sie wirklich ein bißchen langsamer vorwärtskommen. Sie haben in kurzer Zeit schon soviel erreicht, Sie wollen alles im Sturm nehmen, wie es scheint.«
»Gar nichts habe ich erreicht, im Verhältnis zu dem was noch zu erreichen bleibt.«
Er goß den feurigen Burgunder in die Gläser. »Also, stoßen wir an auf einen schnellen Aufstieg. Das heißt, in meinen Augen sind Sie schon auf der Höhe.«
Sie ließ ihr Glas an das seine klingen und lachte: »Sie verstehen ja doch nichts von Musik!«
»Viel allerdings nicht,« gab er freimütig zu.
»Warum sind Sie heute eigentlich in das Konzert gegangen? Der Vortrag eines Geigenkünstlers und Sie ohne Gesellschaft im Saal! Kennen Sie den Künstler, haben Sie Beziehungen zu ihm?«
»Ich bin doch nur hingegangen, um Sie dort zu treffen.«
»Soo — darum. Welchen Zweck verbinden Sie damit?«