»Sagen Sie, Fräulein von Wangenheim,« wandte sich Reitzenstein an Gerda, »hört man denn nichts von Fräulein Wunsch? Sie ist doch so gänzlich unsichtbar geworden. Ich hörte, ihr letztes Werk soll im Frühjahr ausgestellt werden, wissen Sie etwas Näheres?«
»Ich hörte gestern in der Pension, daß sie in diesen Tagen zurückerwartet wird.«
»Sie soll ja in der Nähe von München einen Traum geträumt haben,« bemerkte Winkelmann.
»Fräulein Wunsch sieht mir gar nicht nach träumen aus.«
»Nun, der Traum hatte Arme und Beine und einen Feuerkopf.«
»Ein famoser Mensch und eine große Künstlerin ist die Wunsch,« bemerkte Reitzenstein.
»Alle Welt ist gespannt auf ihre neueste Arbeit. Man erzählt, daß sie durch dieses Werk uns alle verspottet und der Menschheit ins Gesicht schlägt.«
»Wird wohl nur Stimmungsmache sein,« sagte Winkelmann.
»Man wird ja sehen. Aber eine bedeutende Arbeit soll es sein. Arno Stürmer sprach davon.«
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