Als er sie im Wagen nach Hause brachte, nahm er ihren Kopf fest zwischen seine Hände und preßte seinen dürstenden Mund auf den ihren. Er trank, trank, und konnte keine Linderung finden. Wehrlos ruhte ihr Haupt in seinen Händen, still duldeten die kühlen Lippen seine Küsse. Doch als die suchenden Lippen weiterwanderten, da kam Leben in den schlaffen Körper, sie wehrte sich.
»Wann wirst du mir endlich gehören?« Er hielt sie fest in seinen Armen.
»Mit meinem Willen niemals.«
Da hielt der Wagen mit einem Ruck, und er mußte sie freigeben. — — —
Das letzte Band zwischen Dir und Deiner Familie hast Du zerschnitten.
Hauptmann von Kosewitz hat mir erzählt, wie Du in Berlin lebst. Nicht genug, daß Du ein luxuriöses Leben führst, kostbare Toiletten trägst, von denen man nicht weiß, wer sie bezahlt, zeigst Du Dich öffentlich mit Deinem Geliebten, besuchst Theater und Restaurants, und das alles, während Du noch die Trauerkleider um deinen Vater trägst.
Du bist unwürdig des Namens, den Du trägst. Kein Mitglied unserer Familie wird Dich zu den Unsrigen zählen. Du trägst den Namen Deines Vaters auf die Gasse und besudelst sein Andenken.
Wenn Du noch einen Funken von Ehrgefühl in Dir hast, so wirst Du meinem Befehl gehorchen und unter einem anderen Namen leben.
Jeder Annäherungsversuch Deinerseits an mich oder an Deine Geschwister würde scheitern, gleichviel, ob jetzt oder später.Eleonore von Wangenheim.