»So hast du doch das Glück zu dir gezwungen!«

Lotte nickte. »Es kommt zu mir. Winzig und klein wird es sein, und wird mich anlächeln, und, ›Mutter‹ werden die zarten Lippen stammeln.«

»Warum wollt ihr nicht zusammenbleiben? Liebst du ihn nicht?«

»Wir können nicht glücklich werden. Er ist von zügelloser Leidenschaft und wird beherrscht durch seine Sinne. Eheliche Treue kennt er nicht. Mit Gehring hätte ich wohl eine Ehe führen können, mit Arno Stürmer nicht.«

»Liebst du Gehring noch?«

»Ja — ich liebe ihn noch, denn er ist ein Mann, mit dem eine Frau glücklich werden muß. Ich empfinde für ihn keine aufbrausende Leidenschaft, ich könnte nie mit ihm in einem Rausch leben. In einem Rausch, in dem mich Stürmer an sich genommen, er liebt mich mit dem Herzen, jener mit den Sinnen.«

»Glaubst du nicht, daß Gehring wieder zu dir zurückgefunden hätte?«

»Ich habe darüber nachgedacht, Ebba. Nein, ich glaube es nicht. Für ihn liegt die erste Pflicht der Frau im Hause als Gattin und Mutter. Will sie diese Pflicht erfüllen, darf sie keinen Beruf haben.«

»Er wußte aber, daß du Künstlerin bist, und daß du deine Kunst liebst.«

»Man könnte ihm diesen Vorwurf wohl machen, ich kann es nicht. Die Liebe zwischen uns war plötzlich da, zog uns zu einander hin, daß wir keine Schranken sahen. Er trat in mein Leben, weil er eben mußte. Er war mein Schicksal.«