Nun gut, so wollte sie denn ihre Schönheit ausnutzen. Aber nicht jenen beiden wollte sie sich verkaufen, nicht ihnen sollte ihr Körper gehören. Alle sollten sie sich ihrer Schönheit freuen, sollten Verlangen nach ihr tragen, aber — gehören würde sie keinem. Ihre Gunst und ihr Körper waren nicht käuflich. Zur Schau wollte sie sich stellen und Kapital daraus schlagen!
Sie setzte sich an den Schreibtisch und schrieb zwei Briefe. Sie schickte dem Kommerzienrat den Scheck zurück und dankte ihm für sein gefälliges Entgegenkommen, aber sie könnte keinen Gebrauch davon machen. In dem anderen bat sie den Agenten Veilchenfeld um seinen Besuch. Sie adressierte die beiden Briefe und trug sie selbst zur Post. — — —
Nun blieb ihr nur noch übrig, mit Winkelmann abzurechnen. — — —
»Ein Jahreseinkommen von zwanzigtausend Mark, Auftreten in nur erstklassigen Varietés, zwei Monate Ferien und Vorschuß von fünftausend Mark sofort.«
Der Agent schrie auf: »Fünftausend Mark, was denken Sie, sagen wir zweitausend!«
»Fünftausend, und sofort, oder ich unterschreibe nicht.«
»Ich kann nicht. Das ist ein Viertel Ihrer Jahresgage. In zwei Monaten treten wir unsere Reise erst an, wenn Sie bis dahin sterben? Sie können verunglücken! Ihre Stimme — will sagen, Ihre Schönheit, kann leiden — ich riskiere zuviel dabei.«
Gerda stand auf. »Sie müssen das riskieren oder auf mich verzichten.«
Er seufzte und zog das Scheckbuch aus der Tasche.