»Gesunder Egoismus! Egoismus ist immer ungesund, ist nichts weiter als Eigennutz und Rücksichtslosigkeit. Der Egoismus der heutigen Zeit, das ist die Wurzel des Übels. Der Egoismus regiert die Welt. Er ist es, der Freundschaft, Liebe, Gefühl, der das religiöse Empfinden aus der Welt verdrängt hat. Er ist es, der die Menschen lehrt, sich schrankenlos ihren Begierden, ihren Leidenschaften hinzugeben.

Auch ich, meine Herren, bewundere die Errungenschaften unserer Zeit, soweit sie auf dem Gebiete der Technik und der Wissenschaften beruhen, aber ich beklage tief, daß über diesen Errungenschaften die Ideale und die Gefühlswelt versinken mußten.

Oder halten Sie es wirklich für wertvoller, daß statt dessen der Materialismus und der Atheismus an die Spitze getreten sind?

Wir leben in einer Zeit eminenter Entwicklungen des Hirns auf Kosten der Seele!

Schaffen Sie Gefühlswerte statt der Erfindungen, meine Herren, wenn Sie nicht wollen, daß eine Welt zusammenstürzt. Bekämpfen Sie den Materialismus, den Kultus der eigenen Persönlichkeit! Nehmen Sie den Kampf auf mit Ihrem eigenen Ich. Vielleicht bedarf es nur eines kräftigen Willensaktes — und aus Zerstörern — werden Erbauer!«

»Wie kann man von Zusammenbruch sprechen angesichts der Kulturwerte, die unsere heutige Zeit geschaffen?«

»Der höchste aller Kulturwerte, das ist die Entwicklung der Gefühlswelt, die Sie aus der Welt schaffen wollen. Schon zu tief umstrickt von Eigennutz und Selbstsucht sind die Menschen. Sie sehen nicht die Furien, die ihnen entgegenrasen, sie hören nicht den Orkan, der ihnen entgegentobt. Blind und taub wüten sie ihm entgegen. Und er wird sie einhüllen in Leid und Schmerzen, in Jammer und Not. Ich sehe die Menschen eingehüllt in purpurne Wolken und in tiefe, nachtschwarze Schatten. Schreien und Wehklagen ist in der Luft. Feurige Blitze zucken, Donnergebrüll rast durch das All. —

Ich aber freue mich. Ich werde lachen, wie — ›Der Mensch‹ — lacht«, und seine ausgestreckte Rechte wies auf das aus dem grünen Blätterwerk hervorragende Ungeheuer, sein Blick wurde hell und prophetisch:

»Denn aus Trümmern und Gebein — aus Blut und Asche wird etwas geboren werden — geboren vom unerbittlichen Schicksal — höherstehend als alle von Menschen geschaffenen Kulturwerte — daraus geboren wird:

die Seele der Menschheit!«