»Ich bin keine starke Natur, Herr Gehring.«

»Das sind Sie doch, Sie wissen es nur nicht.«

»Übrigens, Herr Gehring, können Sie uns nicht zu einer netten Wohnung für Frau Holm verhelfen? Sie sitzen doch an der Quelle, wir suchen und suchen und können nicht das Rechte finden.«

»Ja, wenn Sie hier draußen im modernen Westen suchen, werden Sie niemals das Passende für die gnädige Frau finden, das heißt, nach meinem Empfinden. Ich kann mir Frau Holm nur in dem nach meinem Sinne für sie passenden Rahmen vorstellen.«

»Und der wäre?«

»Eine kleine, ruhige Straße, ein paar verträumte Bäume, ein altes, gemütliches Haus mit einem Erker, an welchen die Zweige einer alten Kastanie schlagen, verstohlene Sonnenstrahlen —«

»Oh, Sie Künstler,« rief Lotte Wunsch, »wie Sie zu zeichnen verstehen! Und im Erker die Hausfrau im Gewand von matten Farben, schwere fließende Falten —«

Ebba lachte auf. »Das soll für mich passen? Man merkt die Phantasie der Künstler! Sie malen ja da ein Märchen aus.«

»Welches Wirklichkeit werden könnte,« erwiderte Gehring.

»Schnell, schnell, wo ist es, sagen Sie,« eiferte Lotte.