»viel jünger Sie erscheinen,« vollendet sie.

»Das wollte ich nun nicht gerade sagen.«

»Sie dachten es aber und wollten es nur anders ausdrücken.«

»Man ist immer nur so alt, als man sich fühlt, das wissen Sie doch.«

»Dann scheine ich heute nicht nur jung, sondern bin es wirklich.«

Sie reckt sich in die Höhe und wirft einen liebkosenden Blick zu Gehring hinüber.

Winkelmann sah den Blick und lächelt. Er nimmt sein Glas in die Hand, beugt sich zu ihr und sagt: »Auf daß Ihre Jugend lange währe.«

»Nun, was sagen Sie zu dem Leben hier, gnädige Frau?« wandte sich Gehring zu Ebba.

Ebba saß neben dem braunen, bärtigen Antlitz, dem Manne, der Gerda in den Saal gewirbelt hatte, Arno Stürmer, einem der bekanntesten Maler. Er hatte sich angelegentlich mit Ebba unterhalten und ihr die Namen anwesender bekannter Persönlichkeiten genannt. Sie hatten einen Tisch gewählt, an dem alles, was in den großen Tanzsaal drängte, an ihnen vorüberfluten mußte. War der Türrahmen nicht von Herumstehenden gefüllt, so konnten sie auch einen großen Teil des Saales übersehen.

»Das Bild als solches finde ich berauschend schön. Der geschmackvoll dekorierte Saal, das gedämpfte Licht und die wogende buntfarbene Menge geben unbedingt Fest- und Freudestimmung. Bis jetzt habe ich das Bild als Ganzes auf mich wirken lassen, nun bin ich daran, es zu zergliedern. Ich habe noch nie so wundervolle Kostüme gesehen.«