Als Sehenswürdigkeit von Kupferberg gilt ein etwa 800 m unterhalb der Stadt an der Straße nach Steingrün und Pürstein zu bemerkendes Felsgebilde, welches einer liegenden »Sphinx« sehr ähnlich ist; von hier prächtiger Blick hinunter in das Egertal, da hier die Südseite des Erzgebirges besonders steil abfällt.
Setzt man die Wanderung auf dem markierten Kammwege von Stadt Kupferberg weiter fort, so steht dafür eine bequeme Bezirksstraße zur Verfügung, welche nach Oberhals (3 km) führt, bis wohin sich mehrfach Ausblicke nach Böhmen bieten. Von der Abzweigung der nach Schmiedeberg führenden Nebenstraße tritt unser Wanderweg in hohen Bestand ein und endet bei km 4,₁₃₅ an der Grenze des Forstreviers Orpus der Domäne Preßnitz, (zugleich Bezirksgrenze Kaaden-Joachimstal). Von dem daselbst befindlichen Langenhauer Hegerhaus führt die Straße in hohem Waldbestand weiter und gewährt nun an der Wegabzweigung nach Boxgrün einen Ausblick auf Königsmühle, Stolzenhainer Forsthaus, Kalkwerk und die Gegend bei Weipert. In bequemer Wanderung von 2 bis 2½ Stunden ab Kupferberg gelangt man an ein Forsthaus und daneben eine Gastwirtschaft (Mauthaus), wo man Einkehr halten muß, wenn man Auskunft für einen lohnenden Abstecher nach den Wirbelsteinen bedarf.
Die im Hauensteiner Revier gelegenen Wirbelsteine findet man leicht, wenn man auf der gräflichen Privatstraße nach Hüttmesgrün vom Forsthaus etwa 1 km südöstlich ansteigt und den gekennzeichneten Waldweg r. abgeht; der Wirt im Mauthaus führt auf Ersuchen zum nördlichen Felsgipfel direkter auf einer schmalen Waldschneise. Jedenfalls muß man beide Felszacken erklettern, wenn man die sich bietende schöne Aussicht vollständig genießen will. Mehr als 1 Stunde erfordert dieser kleine Abstecher kaum an Zeit.
Vom Mauthaus auf der Straße weiter wandernd tritt man bald, an der Grenze der Bezirkshauptmannschaften Kaaden und Joachimsthal, aus dem Waldbestande heraus und genießt nun den Blick in das von Stolzenhain nach Weipert und Bärenstein sich hinunterziehende Wiesental, in welchem beiderseits der Grenze Böhm.-Wiesental und in Sachsen Unter- und Oberwiesenthal gelegen sind, überragt von den beiden höchsten Kuppen des Erzgebirges, dem Keilberge und Fichtelberge.
Die bequeme Straßenwanderung endet jedoch bald bei dem 2 km entfernten Gasthause zum Hofberg, wo unsere Bezirksstraße in die von Joachimstal nach Weipert führende Kaiserstraße (km 30,1) einmündet.
Während sich die Kaiserstraße r. nach Wiesental hinabsenkt, steigt sie in gerader Richtung am Hang des Keilbergs aufwärts, muß aber vom Kammwegwanderer schon nach etwa 100 m verlassen werden, denn weit hin sichtbar kennzeichnet eine blaue Tafel und das bekannte Kammwegzeichen, daß nach l. ein Fußsteig abzweigt, welcher den sogenannten bequemen Aufstieg zum Keilberg bildet. (31 km nach Sebastiansberg). Dieser Aufstieg zum Gipfel der höchsten Bergesspitze des Erzgebirges ist wohl nicht zu verfehlen, da sich bisher schon zahlreiche Marken vorfanden, welche die Erzgebirgsvereine Kupferberg und St. Joachimstal anbringen ließen × schwarz/gelb in weißem Felde. Im oberen Teile fällt dieser Fußweg zusammen mit der für Hörner- und Rodelschlittenfahrt sowie Skilauf abgesteckten Fahrbahn, denn bei guten Schneeverhältnissen ist der Verkehr in dem obersten Teile des Gebirges fast noch lebhafter als im Sommer. Jedenfalls wird man erstaunt sein, auf den beiden höchsten Bergspitzen, Bauten zu finden wie wir sie früher nur in bevorzugten Gegenden deutscher Mittelgebirge antreffen konnten.
Der Kaiser Franz Josefs-Turm auf dem Keilberge ehrt seinen verdienstvollen Anreger, k. k. Bezirksschulinspektor Wenisch, früher in Joachimstal jetzt in Teplitz. Die daneben aufgeführten Bauten bieten reichlich Unterkunft und gute Verpflegung. Die weite Aussicht wird dem Besucher in bester Weise durch vorhandene Schriften und Zeichnungen (Panoramen) erläutert. (S. Berlet's Erzgebirgsführer).