Zugangswege: Aus Sachsen und Böhmen: Eisenbahnlinie Eger–Adorf mit Station Brambach.
Nach ausgiebiger Rast in dem als Sammelpunkt von den Brambacher Sommergästen gern benutzten Hotel Wilfert in Brambach (550 m, 1831 E.) hat man die Kammwanderung wieder mit einem längeren Anstiege fortzusetzen und folgt dabei zunächst der nach Eger führenden Chaussee. Eine bald l. abzweigende Straße führt zum Bahnhof Brambach (Station der Haupteisenbahnlinie von Plauen i. V. nach Eger i. B.), den wir auch als Ausgangspunkt der Kammwegwanderung betrachten können und von dem wir in wenig Minuten nach der vorerwähnten, nur etwa 209 m entfernten Chaussee gelangen, auf welcher wir die hohe Ueberführung der Eisenbahn durchschreiten.
Bald (bei km 26,8) gelangt man an die rot-weiß markierte Abzweigung eines Fußweges, der über Hohndorf (als Tour 4) zur viel besuchten und bekannten böhmischen Wirtschaft »Frosch« und von da weiter zur Elsterquelle führt.
Fast 80 m müssen wir vom Bahnhof Brambach aus ansteigen bis kurz vor Kilometerstein 29,6, wo die sogenannte alte Straße, an welcher die Telegraphenleitung hinführt, r. abzweigt. Ihr folgen wir (von Stange Nr. 66 ab) bis zu der bei Stange 78 aufgestellten Bank, welche erstmalig wieder einen Ausblick nach Süden, über das in der südlichsten Spitze Sachsens gelegene Dorf Schönberg hinweg nach der Franzensbader Ebene und auf das Kaisergebirge, ermöglicht. Hier geht der Kammweg hinauf zum Kapellenberg.
Es lohnt, der alten Straße noch etwa 10 Min. zu folgen und man gelangt dann an einen erfrischenden Quell, von welchem die Sage berichtet, daß er ehemals neben einer Kapelle St. Katharina (einige nahe der Quelle sichtbaren Mauerreste sollen von einer Kirche stammen) gelegen war. Man befolgt gern die Einladung, unter dem Schatten der Bäume zu rasten, welche die Anschrift besagt:
»Gestatte dir, Wandrer, der Quelle Erquickung,
Genieße der Ruhe, sie ladet dich ein,
Empfinde den Frieden der Stätte mit Rührung
Und laß deinem Schutz befohlen sie sein.«
Von der Quelle kann man in kurzer Zeit auch nach Dorf Schönberg mit gutem Restaurant gelangen. Nur wenige Schritte rückwärts führen uns zur Stange Nr. 94, bei welcher ein Fußsteig (zum Teil mit Stufen) zum Kapellenberg hinauf führt.
Der Kapellenberg, die höchste Erhebung (759 m) in der Südspitze Sachsens, bildet eine wichtige Station der europäischen Gradmessung und besitzt um den Vermessungspfeiler herum ein besteigbares, hölzernes Gerüst, das eine umfassende Aussicht bietet. – Berge: Glatze, Dillenberg, Kösseine, Waldstein, Hainberg, Geiersberg, Hoher Stein und Karlsbader Berge.
Auf einer breiten Schneise durch Hochwald wieder abwärts über die »Geiershäuser« nach dem kleinen Ort Bärendorf (118 E.). In der Wirtschaft von Nürnberger hält man Rast vor dem gänzlichen Verlassen des sächsischen Landes zur Stärkung für die nun beginnende längere Waldwanderung. Von genannter Wirtschaft führt uns ein befahrener Weg etwa 300 m weiter, dann zeigt ein Wegweiser, daß wir r. nach dem Wald zu abbiegen müssen und an einem Grenzstein (des Rittergutswaldes Schönberg) leuchtet uns das bekannte Wegzeichen entgegen. Der Waldweg gelangt bald an die Reichs- bezw. Landesgrenze bei Stein Nr. 636 und wir folgen der Grenze bis zum Stein Nr. 633. Hier treffen wir auf den vom Gebirgsverein Brambach als Tour 9 bezeichneten Weg, in welchen der von Steingrün heraufkommende Fahrweg mündet. Der als Tour 9 bezeichnete Weg hat auch die Kammwegmarke erhalten und führt uns in 5 Min. zur Elsterquelle, dem obersten und wesentlichsten Ursprung des Elsterflusses.