3. Abschnitt.
Neustadt–Einsiedl (24 km).
Zugangswege: a) von Böhmen aus: 1. Bahnlinie Prag–Brüx–Moldau: Station Neustadt. 2. Elektrische Bahn Teplitz–Eichwald mit Benützung der unter 1 genannten Strecke. b) von Sachsen: Linie Freiberg–Moldau mit Anschluß nach Neustadt.
Wir folgen der Tafel 60: Nach Willersdorf, Fleyh etc. des Wegweisers Nr. 59–61 bei der Weißeritzbrücke und schreiten auf schmalem Sträßchen in südwestlicher Richtung zum Orte hinaus, r. Häuser Nr. 36 und 35, l. zweigt ein Weg zum letzten Hause des Dorfes ab. Schöner Rückblick! R. anfangs Wald, l. immer freie Flur und Steine 198–204. Wiederholt tauchen im Süden die Gipfel des Mittelgebirges auf. Nach 1½ km treten wir in den Wald ein, r. knorrige Ulme und Stein 261, l. Stein 240 (3 m abseits). Unsere Straße wendet sich erst etwas nach r., bald aber führt sie 1 km schnurgerade dahin, bis sie endlich scharf nach r. umbiegt und in einen wohl breiten, aber verrasten Waldweg übergeht. Bei der Biegung Pfosten IV, 6 und weiterhin entlang des ganzen Weges (2 km) die Steine 375–344. Dann Austritt in die freie Flur von Willersdorf, dessen freundliche Häuser wir schon einige Zeit vorher erblickten.
(5 km) Willersdorf, früher Wilhardsdorf, meist Neudörfl genannt, zählt 52 Häuser und liegt im Hochtale des Fleyhbaches (Flöha). Gasthaus des Paul Meyer.
Beim Eintritte in den Ort, Wegweiser 150, an einer Mühle vorbei bis zum etwas abseitsstehenden (r.) Hause Nr. 8 des Alwin Mayer, Fleischer. Hier über die Brücke auf das l. Ufer der Fleyh. L. Wegweiser 229 nach Neustadt und wir schreiten auf der Straße bei Wegweiser 225 und 226 abwärts. R. Gasthaus und Fleischerei des Paul Mayer. Bald über die Steinbrücke wieder auf das r. Ufer des Baches und die Dorfstraße hinab bis zur Wegteilung mit steinernem Kreuze (H. E. 1809) und Wegweiser 305 (n. Fleyh). Hier folgen wir dem Fahrweg links geradeaus, während nach r. ein Weg abzweigt, kommen an den Steinen 167–154 vorbei bald in den Wald und gerade aus, weder r., noch l., weiter, nach wenigen Minuten wieder freie Flur, liebliche Mulde mit dem Kirchorte Fleyh. R. stehen später 2 Kreuze mit Wegweiser 151, 152, weil Weg r. von Grünwald einmündet. Wir bemerken zahlreiche Granitblöcke, wir sind ins Granitgebiet eingetreten. Bald nachher über die Brücke des Motzdorfer Baches und in den Ort hinein.
(8 km) Fleyh (729 m, 490 E.) hat eine im Jahre 1653 erbaute hölzerne Kirche, die Bewohner beschäftigen sich meist mit Viehzucht, Ackerbau, Holzarbeit und Handel (6 Sägemühlen). Gasthaus zur Sonne und Touristenhotel zur Mühle. Forellen-Schmaus! (Berlet, Erzg. R. IV.)
Beim Touristenhotel zur Mühle vorbei über die Fleyhbrücke (l.) mit Wegweiser 194, 195 r. die Straße den Bach entlang 2 km abwärts, bis die Straße eine scharfe Wendung nach r. macht. Wir folgen dem Wegweiser über Göhren nach Johnsdorf, indem wir l. durch den Wildzaun treten und die sogenannte Flösselstraße emporsteigen und uns immer entlang der Telephonleitung halten. R. der Geiersberg. Nach 1½ km kreuzt eine fast 5 km lange, ganz gerade Schneise mit Waldstraße unsern Weg, an deren nördlichem Ende das Jagdschloß Lichtenwald, am südlichen Ende das Forsthaus Georgshöhe erscheint (Wunderbare Perspektive). L. Wegweiser 911 (?) oder 811, nicht leserlich. Nun in der bisherigen Richtung weiter (l. Telephonstange 236). Bald zweigt r. rechtwinklig eine Straße ab, wir geradeaus. Es geht fast 4 km im herrlichen Hochwalde eben dahin. Auf einer Waldblöße wird l. der Wieselstein (956 m) und der Schwarze Berg (888 m) sichtbar. Hierauf kommen wir durch das stattliche Tor des Tiergartens hinaus, der Wildzaun verläßt uns gleich dahinter. L. führt eine Straße in den Rauschengrund, mit ihr die Telephonleitung, wir geradeaus fort. Es folgt Wegweiser r. nach Rauschenbach und in 2 Min. r. der (16 km) Schwarze Teich (801 m) in stiller Waldeinsamkeit auf dem Kamme. L. fällt das Terrain schroff zum genannten Grunde ab. Gleich hinter dem Teiche Wegweiser nach Bad Einsiedl, wir aber folgen unserer Straße, die einen scharfen Bogen nach l. macht, und kommen in 15 Min. aus dem Walde, wo r. das Forsthaus und später l. einige Häuser von (20 km) Göhren sichtbar sind. Schöner Blick auf das Wieselsteinmassiv.
Wenige Schritte hinter dem Forsthause Wegweiser. Wir gehen auf dem hierdurch bezeichneten Fahrwege nach Deutsch-Einsiedel etwa 80–100 Schritte nach r. (schräg zurück!) l. runder St. 25, bis Weg mit Pfosten C/₂₀ und Verbotstafel nach l. abzweigt. Auf diesem nach S. Nach 5 Min. kommt ein Weg von r. Geradeaus weiter, dann r. Pfosten 20 und 17 und Stein 9 und Austritt aus dem Walde, gerade auf das mittlere Haus zu auf die Straße (auf dieser nach r.), die von Göhren am letzten (r.) Hause 34 vorbei westlich nach Böhm.-Einsiedl führt. Bald tritt sie in den Wald, führt dann sanft abwärts, bis sie nach 2½ km aus dem Walde tritt. Wir treffen l. Pfosten G/₁₆, E/₁₅, E/₂₀, dahinter zweigt eine Straße nach r. ab, wir links. Bald bietet sich uns ein schöner Anblick der Orte Böhm.-Einsiedl und Deutsch-Einsiedel dar, hinter letzterem der hohe Urs (Ahornberg) (833 m) in Sa. In Böhm.-Einsiedl mündet unsere Straße auf die Bezirksstraße Brüx–Sayda ein bei Karl Reißig's Gasthaus. Wegweiser, Straßenkilometerstein 3. Nun die Straße r. im Dorf abwärts, vorbei l. an Hüttl's Schanknahrung, Finanzwache, Kriegerdenkmal, r. Postamt, Denksäule für Erzherzog Stephan, Schule, bis zum Hause Nr. 10 (Agentschaft und Feuermeldestelle), wo der Kammweg gegen Gebirgsneudorf weiterführt.