Wenn wir bei genanntem Hause hinaustreten, queren wir sogleich einen Pfad, der parallel mit dem Dorfe läuft. Außerdem führen zwei Wege hinaus, wir folgen dem etwas nach r. führenden. Nach 80 Schritten wieder Wegteilung, wir gehen r. auf dem verrasten Wege weiter. Nach 300 Schritten Wegkreuzung, wir müssen geradeaus. Von r. münden nun wiederholt aus dem Dorfe kommende Feldwege ein. Wir gehen immer in unserer Richtung weiter und auf das im freien Felde stehende eiserne Kreuz mit zwei Bäumen und Umzäunung (errichtet von Zechel »Schenkerkreuz«) zu.

Bei klarem Wetter ist nun ein Verirren unmöglich, da man vor sich den Mückenberg als Wanderziel sieht; bei Nebel aber Achtung! Vom Kreuze weder r. noch l., sondern geradeaus, es folgen mehrere Wegkreuzungen, wir immer in der gleichen Richtung weiter, l. Ausblick durch die Dachsenschlucht auf den Teplitzer Schloßberg; der Weg senkt sich und an seiner tiefsten Stelle steht ein neuerliches Kreuz, Goldammerkreuz, 724 m, 1867, und Wegweiser Nr. 126 und 127, dem wir zum Mückenberg hinauf folgen, noch 10 Min. bergan.

Freundlich blickt das in Holz gekleidete und im Schweizerstil erbaute (12 km) Mückentürmchen aus dem Waldesgrün hernieder und zierlich schlängelt sich der Pfad des Kammweges zu ihm hinauf an Halden und Bingen, Zeugen des einstigen Bergsegens, vorbei. Der Mückenturm, ein vortrefflich bewirtschaftetes Unterkunftshaus, hat mehrere Restaurationsräume, eine größere Anzahl von Fremdenzimmern und dürfte zu einem wichtigen Ruhepunkt für Kammwegwanderer werden. (Berlet, Erzg. R. II c).

Von Tissa bis hierher besteht die Hauptmasse des Erzgebirges aus Urgestein u. zw. Gneis, Glimmerschiefer und Tonschiefer. Der Mückenberg gehört bereits einem Porphyrstocke an, der zwischen Graupen und Niklasberg den Gebirgsrücken durchquert.

Wir steigen nun westlich vom Mückentürmchen hinunter an der St. Wolfgangskapelle mit Holzkanzel im Freien vorbei und übersetzen die von Voitsdorf nach Graupen führende Straße, r. Zollamt. Wegweiser (über Siebengiebel etc., auf dem Bierwege nach V.-Zinnwald). Der hier bezeichneten, ganz ebenen Straße folgen wir etwa 8 Min. bis zum Forsthause mit Wegweiser (676). Vor diesem r. auf schmalem Fahrwege = Bierweg mit blauer Kammarke und blaugelber Marke in den Wald hinein und immer in nordwestlicher Richtung auf dem ebenen, bewaldeten, teils moorigen Kamme nahezu 3 km fort, dann Austritt aus dem Walde. Auf diesem Wege anfangs zwei Wegteilungen, wir immer l., Rückblick auf den Mückenberg, vorbei an Stein 842, Stein mit Nr. 12, 13, 14, 27, Stein 13, 14, 15, 29, dann Wegkreuzung und bei Stein 15, 31, 13, gerade Schneise, welche wir beide kreuzen. Weg senkt sich, über Wegkreuzung geradeaus, l. Pflanzgarten, dann durch den Wildzaun. Hier Wegteilung, wir r. abwärts auf den inmitten der Wiesen stehenden Wegweiser 299 und 300 zu. Hier verlassen wir die blaugelbe Marke (Achtung), wenden uns scharf nach l. auf die Häuser von (16 km) Vorder-Zinnwald zu. Erst treffen wir l. ein Holzkreuz, r. ein Haus mit 5 kleinen Ebereschen. Man sieht gerade vor sich den Kammweg den Berg hinansteigen. In 6 Min. vom Wegweiser quert er ein nach Süden führendes Sträßchen und führt zwischen zwei Häusern in der bisherigen Richtung hinauf. Das l. Haus ist ein altes Gebäude mit drei alten Bäumen. Auf der Höhe wendet sich unser Weg scharf nach r. und gewährt eine überraschend schöne Aussicht auf die vorher zurückgelegte Kammwegstrecke sowie weite Fernsicht nach Sachsen, infolgedessen »Dresdner Aussicht« genannt. L. läuft eine Steinmauer, erst näher, dann sich entfernend, wir gerade aus fort nach Norden bis auf die von Vorder-Zinnwald nach Hinter-Zinnwald führende Straße (r. letztes Haus von Vorder-Zinnwald), die wir nach l. (Westen) hinansteigen und auf der wir in ½ Stunde die Bergstadt (20½ km) Hinter-Zinnwald (816 m, 1118 E.) erreichen. L. die braun-weiße Schule und die Kirche, r. Haus des Franz Hönig. Nach diesem verlassen wir die Straße und schreiten r. abwärts auf das Pochwerk Moritzhütte zu. Wir steigen nun an der Landesgrenze (in Sachsen!), l. Steine 44, 41, einen Hohlweg hinan, auf das Gasthaus »Zum Bergmanns-Gruß« an der Straße zu, die von Sachsen nach Böhmen führt. Hinter-Zinnwald, (Berlet, Erzg. R. III.)

Seitentour: Hinter-ZinnwaldAltenbergGeisingbergGeisingWettinhöheHinter-Zinnwald. Von Hinter-Zinnwald über die Grenze in das anschließende Sächs.-Zinnwald und auf der beim Gasthofe »Zum sächsischen Reiter« l. abzweigenden Straße in dreieinhalb km nach Altenberg (Berlet, Erzg. R. II d), Stadt mit 1750 E., hierauf in 35 Min. auf den 823 m hohen Geisingberg (Basaltkuppe) mit 17 m hohem Aussichtsturm und schöner Aussicht. Hierauf Abstieg auf markiertem Wege nach (3 km) Geising. Stadt mit 1240 E. (Berlet, Erzg R. II c). Von hier auf die Wettinhöhe (zweieinhalb km) mit 15 m hohem eisernen Turm (zur Wettinfeier 1888 errichtet). Nun Abstieg nach Westen und entlang des Aschergrabens (altangelegter Graben für die Pochwerke in Altenberg) nach Zinnwald dreieinhalb km, zusammen 15 km.

Auf der vorgenannten Straße nach r. (Norden), r. Gasthof zur Biliner Bierhalle. Nach wenigen Schritten Wegweiser Nr. 603 (nach Niklasberg und Neustadt), diesem nach auf die nach l. aufwärtsführende Straße bei (l.) Kaufmann Wenzel Renner, steinernes Kreuz, Annaschacht, Gasthof zur Linde, (r.) Gnade Gottes-Zeche, Steinbruch, große Halden vorbei. R. in geringer Entfernung die Landesgrenze, darüber ganz nahe die Häuser von Sächs.-Zinnwald. Die Straße macht zwei große Kehren und erreicht die freie Höhe. R. schaut gewaltig der Geisingberg herüber und die zwei Häuserreihen des etwa 10 Min. entfernten Ortes Neu-Georgenfeld kehren dem Böhmerlande alle ihre Giebel zu, was uns nicht Wunder nimmt, sind es doch die Anwesen der im Jahre 1728 von Hinter- und Vorder-Zinnwald vertriebenen 777 glaubenstreuen Evangelischen. Bald erblicken wir auch r. aus dem Walde aufragend den felsigen Lugstein, der in Sachsen befindlich, eine schöne Aussicht sowohl nach Sachsen wie nach Böhmen bietet. Immer auf der Straße weiterwandernd, treten wir bald (22 km) in den dichten Wald ein, der uns nun 4 km lang begleitet. Eine reizende Waldwanderung in nahezu 900 m Höhe und traulicher Einsamkeit. Oft kann man hier stattliches Hochwild erblicken. Die Kammlinie läuft l. von uns über den flachgewölbten, mächtigen Bornhau (911 m), von dem zahlreiche Wässerlein dem Tale der Weißeritz bei Rehefeld-Zaunhaus zueilen. Anfangs schöner Rückblick auf Zinnwald, dann r. hinter uns der Kahlenberg i. S. und auf freier Höhe die fernen Häuser von Schellerhau. Wir dürfen nie von unserer Straße abweichen, auch nicht in der Senkung, in welcher bei einer Holzhauerhütte r. eine Straße nach Kalkofen abzweigt. Nachher l. Stein D/6, eingezäunte Waldwiese, Stein 2/1 und 6/3, r. Blick ins Rehefelder Tal. Beim Stein b/1 gelangen wir nun durch den Wildzaun, wo r. ein Fahrweg abzweigt. Wir auf der Straße weiter, am (l.) Wildzaun entlang bis zum Austritt aus dem Walde. Hier kommen von l. zwei Straßen: eine aus dem Wildgatter herab, das sich nun nach l. wendet, die zweite längs desselben, l. beim Tor Stein FB; r. Wegweiser (nach Zinnwald 5,6 km, nach Niklasberg 2 km), l. geht außerdem ein Fahrweg hinab. Unsere Straße wendet sich ziemlich scharf nach r., l. Blick auf den Stürmer, gerade vor uns die Häuser von Neustadt, r. Bahnhof Moldau mit dem Polterberge, l. steht das »Rote Kreuz«. Wenn man vor dieses einige Schritte vorgeht, schöne Aussicht nach Böhmen: im Vordergrunde die große Eisenbahnbrücke, dahinter der Biliner Borschen und die südöstlichen Kegelberge des Mittelgebirges, mächtig erscheint r. neben ersterem der Schladniger. Beim roten Kreuze senkt sich steil ein Weg hinab nach Niklasberg. Nach einigen Schritten auf unserer Straße l. Wegweiser (derzeit unleserlich), wo l. die Straße nach Niklasberg und Neustadt, r. nach Kalkofen nördlich führt, welch letztere wir 50 Schritte benützen. Hier zweigt dann l. (Achtung!) ein Fahrweg ab, der durch Wiesen zum nahen (3 Min.) Walde emporleitet. Diesem folgen wir. L. erscheint der Donnersberg, vor ihm viel näher das hölzerne Aussichtsgerüst auf dem Warteck bei Niklasberg, hinter uns der Bornhau. Am Waldrande nun, weder l. noch r., sondern geradeaus in den Wald hinein und gerade weiter, wir überschreiten den ebenen Keilberg, 829 m. Nach 7–8 Min. Austritt aus dem Walde, Weg senkt sich, vor uns Neustadt, dahinter schaut über den Wald der hohe Wieselstein. Weiter unten kommt von r. hinten ein Weg. Herrlicher Blick: l. vom Donnersberg erscheint der Lobosch bei Lobositz, dahinter der Georgsberg bei Raudnitz, l. unten im Tale das alte Bergstädtchen Niklasberg, r. und l. das Geleise der Strecke Brüx–Moldau und wir schreiten über den Tunnel weg. Der Wald tritt r. zurück und läßt uns ganz nah die Station Neustadt und l. oben am Waldrande das Forsthaus erblicken. R. am Waldessaume großer Stein 105. Weg steigt wieder an, am Waldesrande l. die Steine 121 und 123. Auf der Höhe erblickt man nun die Straße, auf welcher der Kammweg r. nach (28 km) Neustadt führt, zu der wir deshalb hinabschreiten. L. Wegweiser 153 »Ueber das Hohe nach Niklasberg«. Nach 6 Min. betreten wir beim Hause Nr. 11 des Wenzel Preißler, Holz- und Kohlenhandlung, das kammthronende Dorf, 826 m, 305 E. (G. Biliner Bierhalle, beim Wolf.) Am Nordende des Ortes bezeichnet eine Tafel das Haus, in dem Kaiser Josef 1779 Mittagsrast hielt.

Wenige Schritte nach dem Hause Nr. 11 erblickt man die erste Ueberbrückung der wilden Weißeritz, die r. neben der Straße hinuntereilt. (Berlet, Erzg. R. IV.)

Seitentouren: a) NeustadtStürmerNeustadt. Vom Wegweiser an der Weißeritzbrücke Nr. 59–61 einige Schritte l. am Hause Wegtafel: Zum Stürmer, 1 km, rotweiße Zeichen. Der Weg steigt an, anfangs zwischen einigen Häusern, später durch Wiesen. Auf der freien Höhe l. schöner Blick auf das Mückentürmchen, vor uns weit ins Böhmerland hinein. Weiter und wenige Schritte in den Wald hinein. Hier Wegweiser, der aber nach jedem Winter umgefahren ist. Der bisherige Weg senkt sich stark, wir l. horizontal zur nahen, jedoch baufälligen Schutzhütte. Schöne Aussicht, insbesondere auf (r.) die Strobnitz (853 m), vor der einige Gründe tief in das Gebirge einschneiden. Der hinter der Schutzhütte befindliche Gipfel ist mit Hochwald verwachsen, dieser aber seit neuerer Zeit verbrochen. Besuch desselben derzeit nicht lohnend. Auf demselben Wege wieder zurück nach Neustadt.

b) NeustadtRehefeldMoldauMuldenquelleNeustadt. Von Neustadt zur Station Neustadt über das Geleise auf blauweiß markiertem Wege zum Forsthause Kalkofen. Von hier l. im Tale der wilden Weißeritz abwärts nach Zaunhaus-Rehefeld mit königl. sächs. Jagdschloß, 1869 erbaut. (Berlet, Erzg. R. IV). Von hier westlich den sog. Bierweg hinauf zur Hermsdorfer Straße und auf dieser l. nach Station Moldau (791 m), Gasthaus zum Fischerhaus, Stern etc. Dorf Moldau ist 3 km entfernt. Nun auf der südlich nach Neustadt führenden Straße bis zur ersten Schneise r., diese, obwohl Verbotstafel, ruhig wenige Minuten bis zur Wiese r., an deren l. Seite nahe dem unteren Ende etwa 40 Schritte von der Straße die Muldenquelle mit einfacher Holzfassung zu suchen ist. Hierauf mit Rücksicht auf das Verbot zurück zur Straße und auf dieser mit schöner Ausschau nach Osten am (r.) Torfwerke vorbei nach Neustadt (zusammen 13 km).