Es hat sich notwendig gemacht, hier eine Abzweigung des Kammweges einzuführen und zu bezeichnen. Diese einzige Ausnahme bedingt die über 300 m unter dem Gipfel des Keilberges liegende sächsische Stadt Oberwiesenthal, die höchstgelegene Stadt Deutschlands, und das in Böhmen benachbart gelegene Städtchen Wiesental.
Ein steiler Fußsteig führt vom Keilberg hinab zur Kaiserstraße, welche man nahe dem Kilometerst. 29 überschreitet und auf steilem Fußsteige dann hinab zur Mühle an der Reichsgrenze (Stein 424) gelangt.
Vom Keilberg kann man auch die Bergstraße benutzen bis zur Kaiserstraße und auf dieser (von km 27,38) bis zu dem erwähnten Kilometerstein 29 auf bequeme Weise mit Umweg gelangen. Will man auch den weiteren steilen Abstieg vermeiden, so folgt man der Kaiserstraße weiter bis zum Gasthause zum Hofberg (siehe 5. Abschnitt) und kann auf der Kaiserstraße hinab nach Böhm.-Wiesental (900 m, 1156 E.) gelangen. Auf dem als Kammweg markierten Fußsteige oder auf der Straße erreicht man in etwa 1 Stunde von der Höhe des Keilberges die nur durch den hier die Reichsgrenze bildenden Bach getrennte sächsische Stadt Oberwiesenthal (Markt 918 m, 1799 E.) mit anstoßendem Städtchen Unterwiesenthal (723 E.)
In Oberwiesenthal auf dem Markte ein sehenswertes Alpinum mit Pflanzen des Erzgebirges und Alpengebietes; Posamenten- und Handschuh-Erzeugung, Klöppelei.
Gasthäuser: Rathaus, Stadt Karlsbad mit einem Logierhaus und Badehaus, Deutscher Kaiser.
Starker Besuch von Touristen im Sommer und Wintersportfreunden, weshalb auf der Nebenbahn von Cranzahl auch Sonderzüge abgelassen werden.
Die größte Zahl aller nach Oberwiesenthal kommenden Fremden besucht beide höchsten Berggipfel des Erzgebirges (Keil- und Fichtelberg) oder mindestens den Fichtelberg, der bequem auf Fußweg beim Springbrunnen vorbei oder auf der steileren für die Hörnerschlittenfahrt hergestellten Fahrbahn in 1 Stunde erstiegen werden kann.
Der Fichtelberg (1214 m ) ergänzt die Aussicht des Keilberges nach Norden über das sächsische Erzgebirge, Mittelgebirge und Nordrandgebirge hinweg. Aussichtsturm und Unterkunftshaus mit Bewirtschaftung und vielen Schlafstätten (S. Berlet, Erzg. R. XII.)
Von Oberwiesenthal führt die Fahrstraße zum Gasthaus am Fichtelberg (Neues Haus) und von hier auf dem Prinzenweg zum Fichtelberghaus. Bleibt man auf der Straße, so überschreitet man sehr bald die Landesgrenze und erreicht (bei km 25,7) die von Weipert nach St. Joachimstal führende Reichsstraße, welche der Kammweg von den Sonnenwirbelhäusern benutzt hatte und in welche hier die über Böhm.-Wiesental, Oberwiesenthal und den Fichtelberg (siehe vorstehend) gelegte Kammweg-Abzweigung einmündet, wenn man vom Fichtelberghaus den Fürstenweg hinab zum Neuen Haus geht. Die Reichs- oder Kaiserstraße vereinigt die von Keil- und Fichtelberge kommenden Wege (bei km 25,7) und bringt uns bald auf dem Kammwege nach:
Gottesgab (1017 m, 2610 E.), ist der höchstgelegene Ort Mitteleuropas; er hat ansehnliche Spitzenindustrie und starken Weinschank, da viele Touristen, besonders von Sachsen her, hier gern Einkehr halten.