Gasthäuser: Grünes Haus, Hotel Wien, Tiroler (Anton Günther.) Weinstuben: Oppl mit Logierhaus und Kranl.
Wer nicht von St. Joachimstal aus zum Keilberg gekommen ist, wird entweder vom Keilberg direkt (z. B. über die Pfarrwiese) oder über Gottesgab hinabsteigen nach der interessanten alten Bergstadt St. Joachimstal, welche in historischer, bergbaulicher und naturwissenschaftlicher Hinsicht sicher jedem Besucher lohnende Ausbeute zu gewähren vermag, auch als Fundort der radiumhaltigen Uranerze in neuester Zeit vielfach erwähnt wurde.
Als Kammweg dient auch von hier aus noch die Kaiserstraße weiter bis km 22,0, wo sie sich scharf l. und hinab nach St. Joachimstal wendet, während die Kammwegmarke nun die hier r. abzweigende Bezirksstraße (nach Abertham und Bärringen) verfolgt, auf welcher man in etwa 10 Min. wiederum eine Straßenteilung erreicht, da r. eine Nebenstraße zu den Försterhäusern und weiter nach Seiffen führt. Dem Telegraphengestänge nachgehend führt die Kammwegmarke in ½ Stunde bei den r. liegenden Einzelhäusern von Werlsberg vorbei und verläßt bei Telegraphenstange 132 (etwa 1 Stunde von der Kaiserstraßenecke) die Bezirksstraße, da ein Waldweg (auch Marke, grünes schief gestelltes Kreuz in quadratischem weißen Felde) bei Forsthaus »Weite Wiese« vorbei uns hinauf zum Pleßberg (1027 m ) geleitet. (17,5 km vom Keilberg.) Die Wegteilungen vorher können kaum irre führen, denn die Warte auf dem oben kahlen Berge ist meist sichtbar und deshalb bieten sich auch schon im Anstiege schöne Rückblicke, besonders auf den Keilberg, den Fichtelberg und die Umgebung von St. Joachimstal.
Die Warte, vom Verein der Naturfreunde in Abertham errichtet, bietet weite Ausschau, doch empfiehlt es sich auch den angebauten Turm zu besteigen, um die ganze Rundsicht voll genießen zu können. Der bisher kahle Berggipfel ist mit vielem Fleiß bepflanzt worden, sodaß später der steile Anstieg vielleicht in schattigem Hochwald wird zurückgelegt werden können.
Hinab zur Stadt Abertham führt ein Weg, an dessen unterem Teile zu beiden Seiten Bäume angepflanzt sind und welcher auf die (am Forsthaus Weite Wiese) von uns verlassene Bezirksstraße einmündet. Diese durchzieht das ganze Städtchen, welches durch schwunghaft betriebene Handschuhindustrie bekannt ist und wo ein Photograph in interessanter Weise Mikrophotographien herstellt. Zum Hotel Stadt Wien (oberhalb der Kirche), wo der Kammweg von der weiter nach Bärringen führenden Straße r. abzweigt und durch Wiesen, am Waldrand entlang über Auslauf des Wistritzbachtales zu der von Lichtenstadt nach Johanngeorgenstadt führenden Hauptstraße 1 km vor der Stadt Platten (23 km vom Keilberg) gelangt.
Als Seitentour von Abertham ist zu empfehlen: Besuch der Stadt Bärringen unter Benutzung der Bezirksstraße, welche von Gottesgab aus begangen wurde: Spitzen- und Tüllfabriken, Mustersammlung von A. Meinl. Von hier zum Wölfling oder (auch mit Benutzung der Eisenbahn bis Saifenhäusl) zum Peindlberg mit Aussichtsturm.
Als Nebentour des Kammweges könnte auch die von Gottesgab über die Försterhäuser beim Spitzberg (1111 m ) vorbei, über Seiffen und Irrgang am gr. Plattenberg (1040 m ) vorbei führende Bezirksstraße nach Platten in Frage kommen, doch bietet der Pleßberg eine so ausgezeichnete Rundschau, daß über ihn, obschon er etwas niedriger ist, die Kammwegroute gelegt wurde.
7. Abschnitt.
Platten–Gr. Kranichsee (25
km
).
Zugangswege: Von Sachsen und Böhmen aus: Eisenbahnlinie Karlsbad–Johanngeorgenstadt mit Station Platten. Die Kgl. Bergstadt Platten (868 m, 2770 E.) hat den Niedergang des Bergbaues ebenso schwer empfunden, als ehemals die teilweise Auswanderung seiner Bewohner nach Sachsen, welche zur Gründung der Stadt Johanngeorgenstadt Veranlassung gab. Die Erbauung der Eisenbahn von Karlsbad nach Johanngeorgenstadt hat zunächst der Stadt vielfachen Verkehr durch Touristen gebracht, was hoffentlich auch zur Besserung der industriellen und wirtschaftlichen Verhältnisse beitragen wird.
Einen bequemen und lohnenden Spaziergang von der Stadt bildet der Besuch des großen Plattenberges, welcher eine schmale tiefe, jedenfalls durch Einsturz von Bergwerksbauten gebildete Binge besitzt, die in ihrer Tiefe fast in allen Sommerzeiten noch Eis und Schnee erkennen läßt.