Nun folgen l. Stein 109, weiter l. Stein mit den Buchstaben U. L. und nach etwa 100 Schritten neue Wegkreuzung. R. ein Weg zurück und ein Weg (unser bisheriger) gerade aus. Wir steigen l. ziemlich steil gegen den Adelsberg hinauf.
Mit jedem Schritte wird die Aussicht (Rückblick) umfassender und zeigt schließlich folgendes prächtiges Bild: Ueber dem Walde im Vordergrunde geradeaus der Gebirgskamm mit den kammstehenden Häusern der Orte Nickelsdorf und Gebirgsneudorf, hinter ihnen der kahle, flurstreifige Wachhübel (765 m ), gerade dahinter aus dunklem Walde aufragend der eiserne Turm des 774 m hohen Haselsteines (erbaut vom Brüx-Oberleutensdorfer Erzgebirgsverein) und l. hinter diesem der 849 m hohe, flachgewölbte Wolkenhübel, über den uns der Kammweg von Göhren herübergeleitet hat, l. dahinter die schöne Kuppe des Schwarzen Berges und r. dahinter der dominierende, 956 m hohe Wieselstein, an dessen Südabhang die Strobnitz (853 m ) und der Ossegger Spitzberg (661 m ) zur Ebene absteigen. Hinter diesen schiebt sich noch die Koulisse des Mückenberges hervor, r. ragen das Elbe- und Mittelgebirge auf mit dem Donnersberge und seinen Trabanten. L. senkt sich das Schweinitztal mit den vorher genannten und anderen Ortschaften nach Sachsen hinein, wo in weiter Ferne die Bergstadt Sayda und westlich ein ferner Berg sich deutlich abheben. Näher im Norden ragt der Katharinaberg mit der gleichnamigen Stadt malerisch empor. Eine herrliche Ausschau!
Weitersteigend treten wir in den Hochwald ein und erreichen die Höhe von 900 m. Unser Weg mündet bald auf eine von l. kommende Straße, die wir nach r. verfolgen. L. kleine Quelle, r. Steinbruch mit Holzhütte. Bald dahinter Weggabelung: die Straße wendet sich l. Wir schlagen den r. abzweigenden Fahrweg zwischen Pfosten 34 und 35 ein.
Auf der Straße mit Tafel »Verbotener Weg« (l.) kann man zum Gipfel des Bernsteins (921 m ) [südöstlich] gelangen, wenn man nach etwa 8 Min. l. einen Pürschsteig verfolgt (insgesamt 1,5 km ). Auf dem mächtigen, aber flachen Gipfel befinden sich einige Felsgruppen, deren höchste eine Triangulierungssäule trägt. Aussicht teilweise verwachsen.
Unser Weg steigt nun weiter noch ein wenig an und mündet in etwa 6 Min., wo der Wald sich lichtet, in einen von r. kommenden Hohlweg ein, gleichzeitig wendet er sich stark nach l. Wir kommen l. nahe an den Wildzaun und erreichen nun die höchste Erhebung der Kammwegstrecke im östlichen Erzgebirge mit 910 m Seehöhe, leider ohne Ausblick. Es folgt Jungwald. Von links kommt aus dem Wildzaun ein Fahrweg und dann eine breite Straße, die sich mit unserem Fahrweg vereinigt. R. Stein 23 und 112. Weg senkt sich. Austritt auf eine große Waldblöße, durch die sich lieblich und sanft ansteigend unser Weg hindurchschlängelt und schließlich nach r. umbiegt. L. Steine 111, 108, 42, 6; r. 1 (hier zweigt ein Fahrweg l. ab), 2, 3, 4, ⁴/₁, auf der Straße weiter und schon werden einige Häuser des Dorfes Ladung sichtbar, auf die wir zuwandern. Wir kommen zu dem 1. Hause Nr. 23. Die Straße führt l. in das Dorf Ladung, der Kammweg gerade aus, r. nahezu nördlich an dem Hause Nr. 23 vorbei.
(10 km ) Ladung ist eines der höchstgelegenen Dörfer des Erzgebirges (911 m ) und zählt 28 Häuser mit 115 Einwohnern. Echtes Gebirgsdorf mit 2 einfachen Gasthäusern (das obere ist besser). Ladung hieß vor Zeiten Langendorf. Eine Zollstraße führte durch den Ort. Diese konnte aber zwischen Stolzenhan und Ladung wegen der überaus großen Steigung kein beladener Wagen befahren, die Ladung mußte über die steile Lehne heraufgetragen werden und konnte erst wieder »in der Ladung« auf den Wagen geladen und weiter befördert werden. Der Name Langendorf kam bald außer Gebrauch.
Vom Hause 23 führt uns eine neuerbaute Straße (Kammwegmarke und grünweiße Marke) unmittelbar in den Wald und ziemlich gerade abwärts. Eine lange Schneise mit herrlicher Aussicht auf waldige Höhen kreuzt rechtwinkelig, eine große Waldblöße wird durchschritten.
R. erhebt sich die 920 m hohe Hübladung mit (r. vorne) den Felszacken des Eduardsteines.
Nach 1½ km von Ladung taucht vor uns das Forsthaus Nr. 23 auf, Austritt aus dem Walde und herrliche Ausschau.
Die Kammhöhen senken sich zum Natschungtale und bilden eine liebliche Mulde mit den zerstreuten Häusern von Kleinhan und (12 km ) Rudelsdorf. Kammthronend (auf einem Seitenkamme) stehen Kirche und Schule von Kleinhan. Sie sind ein Denkmal Kaiser Josef II., welcher auf einer Erzgebirgsreise im J. 1766 auch hierher kam und auf Ersuchen der Bewohner von Kleinhan, Rudelsdorf und Ladung beide erbauen ließ. Die gesamte Kircheneinrichtung (auch Altar und Predigtstuhl) mit Ausnahme einiger Bänke stammt aus dem Kloster von Laun an der Eger, das Kaiser Josef neben andern überflüssigen Klöstern Oesterreichs aufhob und dessen Einrichtung er der Kirche zu Kleinhan überließ. Die Kleinhaner Kirche (848 m ) ist im oberen Flöhagebiet weithin sichtbar.