Fauteuil und Tischchen von Arch. Max Benirschke.

Stuhl von Arch. Maurice Herrgesell.

Ich habe von der Großmutter keine Photographie, das gab es zu ihrer Zeit noch nicht. Angenommen, es gäbe eine solche, und ich besäße nichts von ihr als diese Photographie, so würde sie wirken wie erblindete Spiegel. Die Großmutter wäre sodann nie für mich gewesen. Die Bildniskunst hat mich verehren gelehrt.


Plastik im Zimmer.

Eine edle Plastik im Zimmer zu haben, ist immer eine Angelegenheit kunstfroher Geister. Die Porträtplastik kommt im Hause zur hervorragenden Geltung. Ebenso wie die nach dem Leben gearbeitete Medaille. »Bloß zu beider Art Monumenten kann ich meine Stimme geben«, sagt Goethe. »Was hat uns nicht das fünfzehnte, sechzehnte und siebzehnte Jahrhundert für köstliche Denkmale dieser Art überliefert, und wie manches Schätzenswerte auch das achtzehnte! Im neunzehnten werden sich gewiß die Künstler vermehren, welche etwas Vorzügliches leisten, wenn die Liebhaber das Geld, das ohnehin ausgegeben wird, würdig anzuwenden wissen. — Leider tritt noch ein anderer Fall ein. Man denkt an ein Denkmal gewöhnlich erst nach dem Tode einer geliebten Person, dann erst, wenn ihre Gestalt vorübergegangen und ihr Schatten nicht mehr zu haschen ist. Nicht weniger haben selbst wohlhabende, ja reiche Personen Bedenken, hundert bis zweihundert Dukaten an eine Marmorbüste zu wenden, das doch das unschätzbarste ist, was sie ihrer Nachkommenschaft überliefern können. Mehr weiß ich nicht hinzuzufügen, es müßte denn die Betrachtung sein, daß ein solches Denkmal überdies noch transportabel bleibt und zur edelsten Zierde der Wohnung gereicht, anstatt daß alle architektonischen Monumente an den Grund und Boden gefesselt, vom Wetter, vom Mutwillen, vom neuen Besitzer zerstört und, so lange sie stehen, durch das An- und Einkritzeln der Namen geschändet werden«.