Plastik von Prof. Franz Metzner.
Porträtplastik von Prof. Franz Metzner.
Fünfzig Jahre später lebte noch ein Abglanz dieses überragenden Geistes. Die Großelternzeit lebte in Goethe. Vom idealen Zimmer Adalb. Stifters wurde schon erzählt. Ein Fernrohr durfte nicht fehlen, denn das ist die Art der Dichter, daß sie immer wie durch Fernrohre sehen. In die Zukunft hinein. Da ist die Rede von weißen ruhigen Marmorbildern alter Zeit, die den Gipfel seiner Wünsche bilden.
Salonecke von Arch. Maurice Herrgesell.
Die Wiener Kunstwanderungen erschlossen die Wohnungen, die den Kunstsinn der letzten zwanzig bis dreißig Jahre offenbarten. Die Sache war lehrreich genug. Von wirklich edler Plastik war wenig zu sehen. Kaum hie und da eine Porträtplastik. Dagegen hatte die Galvanoplastik einen breiten Raum. Man denke Michel Angelos’ Moses in einer elektro-chemischen Wiedergabe, natürlich gegen das Original gemessen aufs winzigste verkleinert, einem Tafelaufsatze nicht unähnlich. Gypsstatuen mit Goldbronze belegt, standen umher. Jeder Sinn für Echtheit ward verleugnet. Es war die Art, wie man in der Zeit des Parvenü- und Protzentums die Kunst verstand und pflegte. Der ganze Götterhimmel, der den Bildungsbezirk des Großbürgertums umstand, hatte eine Wendung ins Operettenhafte gemacht. Soweit Offenbach’s »Schöne Helena« von der Iliade entfernt ist, soweit entfernt sich der Kunstverstand des Mrs. Jourdains anno 1870 von der Erkenntnis Michel-Angelesker Größe.
Sitzecke von Arch. Karl Witzmann.