"Die Ursula hat mirs tausendmal auf die Seele gebunden, dich nie zu verlassen und Alles mit dir zu theilen, weil du ein so gar armer und verlassener Bursche bist. Ich möchte Wort halten!"—

Ein Zug voll Ueberraschung und Freude überzieht das Gesicht des Zuckerhannes, er hält beinahe den Athem zurück, um kein Wort der Emmerenz zu verlieren.

"Ich habe dich immer gerne gehabt, Hans, hast es wohl bemerkt und ich weiß, daß du auch mich nicht verachtest!"

"Verachten? Was fällt dir denn ein! ... Hab' ich Jemanden auf der Welt außer Dir? ... Ach, wenn Du wüßtest, wie—"

"Ja, ich weiß es wohl und Vieles, wovon du kein Sterbenswörtlein gesagt!" [gesagt!] ... Wenn du nur nicht so jung und hier Bürger wärest, wer weiß, was dann geschähe! ... Ich kann nicht mehr lange ledig bleiben!"

Der Zuckerhannes schrickt sichtbar zusammen und starrt die Emmerenz mit großen Augen bewegungslos an.

"Ja, so ist's, Hans! Ich besitze jetzt eine Hütte, zwei Prachtkühe, einen Krautgarten, die Wiese dort und mehrere der besten Aecker des Banns. Allein kann ich nicht mehr bleiben, fremde Leute veruntreuen mir Alles, du bist grundehrlich, deßhalb frage ich dich, willst du bis Michaeli den Adler verlassen und mein—Knecht werden?"

"Dein Knecht?" fährt der Zuckerhannes auf, doch als ob er sich verrathen, senkt er die Augen und fragt: "Wie verstehst du das?"

"Nun, ich gebe dir soviel oder noch mehr Lohn als der Adlerwirth, theilst Alles mit mir und Alles wird gut werden!"

"Ich schlage ein, es bleibt dabei, die Hand her, Emmerenz!" ruft der Zuckerhannes mit einer freudigen Eile, als ob ein Glück, von welchem er schon lange heimlich geträumt, der Erfüllung plötzlich nahe stände.