"Aber Brigittens Verzeihung soll gelten, ich will Alles vergeben und vergessen, was ich 21 Jahre um Deinetwillen litt und Dein getreuer Sohn werden oder Dir angeloben, eidlich angeloben, den Eid schriftlich aufsetzen und gerichtlich bestätigen lassen, daß ich niemals wieder einen Anspruch irgend einer Art an Dich machen werde, Alles, wie Du es willst—wenn und insofern Du Dich jetzt dazu verstehst, mir nur einen kleinen Antheil von Dem zu geben, was jedes Deiner ehelichen Kinder wohl schon gekostet, geschweige noch zu erwarten hat."

"Vier- bis fünfhundert Gulden nämlich reichen aus, aus einem der verlassensten Bursche des Landes zeitlebens einen glücklichen Mann zu machen, der Dich und die Deinigen niemals belästiget und täglich für Euer Wohlergehen betet."

"Um Christi Barmherzigkeit willen flehe ich Dich an, zum ersten- und letztenmal menschlich gegen mich zu sein, zu Füßen will ich Dir fallen um Dein Felsenherz zu erweichen und nicht Dich und wohl auch mich zeitlich und ewig unselig zu machen."

"Mit leeren Versprechungen lasse ich mich nicht abspeisen; Dein Geiz darf nichts hoffen, ein guter Freund hat mir gesagt, was ich zu thun habe, wenn Du Flausen machtest und Gott sei mein Zeuge, daß ich nimmer weiche, nimmer ablasse, Dich auf alle möglichen Arten zu quälen und zu verfolgen, wenn Du mir nicht einige hundert Gulden, weiche Du wohl stets bereit oder doch sehr nahe bei der Hand hast, mir einhändigest, damit ich bald wieder fortkomme."

"In Betreff der Amtsleute bemerke ich Dir, daß ich Zuchthaus, Galgen und Rad weniger scheue, als ein Leben ohne Geld, welches ich bisher ertrug, nunmehr aus Gründen, die ich Dir mündlich mittheilen kann, nicht länger ertragen mag."

"Ueberlege wohl, Fesenbauer, bevor Du handelst und handle diesmal menschlich und christlich an Deinem

Ismael Zuckerhannes."

Dieser Brief wurde vom Leser in hundert Fetzen zerrissen, ohne das Conzept des Winkeladvokaten wäre die solide gebildete Welt um ein Muster unanständiger Grobheit ärmer geblieben.

Der Michel hat in dieser Nacht nicht geschlafen und unwillkührlich viel an die Brigitte und ihren Bären gedacht.

Am nächsten Morgen geschah, was der Spaniol einst prophezeit hatte, der heranrückende Zuckerhannes wurde nämlich vom Fesenhofe durch den Kettenhund, das Schimpfen, Schelten und Drohen der zweibeinigen Bewohner schmählich vertrieben und vergaß die rührende Rede, welche er sich während der Nacht ausgedacht, bevor er noch ein Wort davon über die Lippen brachte.