"Wir sind halt im Zuchthause!" murmelt der Duckmäuser wehmüthig.
"Man erfährt und erlebt das schändlichste Unrecht und soll dadurch vor dem Recht Achtung kriegen, komische Leute das!" denkt der Zuckerhannes.
Während der Werkmeister mit einem widerspenstigen Burschen schilt, ruft die Hofwache vom Gitterfenster ins Gewölbe herab:
"Zuckerhannes, zieht Euch an und kommt!"
"Aha, jetzt gibts Arrest, das Hasenmaul hat sich gerührt!" prophezeit der Bläsi.
"Die Sache wird nicht arg werden!" tröstet der Duckmäuser, der von der Hobelbank unter dem Vorwande, eine Säge zu holen, herüber gesprungen ist.
"Meinethalben, im schwarzen Loch kann ich schlafen und brauche nicht zu arbeiten!" murmelt der Gerufene und eilt fort.
Ein grauer, trostloser Winterhimmel schaut in den Gefängnißhof herab, ein naßkalter Wind streicht von den Bergen herüber und über die Gefängnißmauern herein tönt dumpfes Trommeln.
Trübes, unfreundliches Wetter lieben die Gefangenen, weil das heitere sie herber an ihre Entbehrungen und an die Genüsse der Freien erinnert. Unstreitig ist die Aussicht, einen schönen Frühlingstag in einem schwarzen Loche zubringen zu müssen, herber als die, welche unser Held gegenwärtig vor sich hat.
Gleichmüthig, gähnend folgt er dem Aufseher, der ihn richtig zum Vorstande führt.